Kamerataschen – so gelingt der Transport

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So finden Sie die richtige Kameratasche

Bequem sollen sie sein, sicher sollen sie sein, und schlechtes Wetter müssen sie auch vertragen – die Anforderungen an Kamerataschen sind vielfältig. Es gibt unterschiedlichste Modelle von der kleinen Gürteltasche bis zum ausgewachsenen Rollkoffer. Wir sagen, wie Sie das optimale Modell für Ihre Ausrüstung finden.
Je nach Kamera und Umfang Ihrer Fotoausrüstung kommen ganz unterschiedliche Kamerataschen in Frage:

  • Gürteltaschen werden in den Gürtel eingehängt, passen aber auch in Handtaschen oder normale Umhängetaschen. Sie eignen sich vor allem für Kompaktkameras oder für sehr kleine Wechselobjektiv-Kameras mit einem einzigen, flachen Objektiv.
  • Schultertaschen werden über die Schulter gehängt; einen Umhängeriemen gibt es aber auch für manche Gürteltaschen.
  • Fotorucksäcke trägt man auf dem Rücken; manche Modelle kann man nach vorn oder zumindest auf die Körperseite ziehen, die Kamera lässt sich dann schneller entnehmen.
  • Slingtaschen sind quasi eine Kreuzung aus Schultertasche und Fotorucksäck – äußerlich wie ein Fotorucksack mit nur einem Trageriemen. Slingtaschen liegen meist seitlich am Körper an; es gibt Modelle in unterschiedlichsten Größen, manche lassen sich zu einem Rucksack mit zwei Riemen umwandeln.
  • In Foto-Rollkoffern (Trolleys) transportieren Sie bequem auch große Ausrüstungen – mehrere Kameras, zahlreiche Objektive und Blitzgeräte. Viele Foto-Rollkoffer werden bei Fluglinien aufgrund passender Maße noch als Handgepäck akzeptiert. Manche Rollkoffer lassen sich zusätzlich wie ein Rucksack tragen.

Grundsätzlich gilt: Kaufen Sie eine Kameratasche nicht nur aufgrund von Testergebnissen, Maßangaben oder Abbildungen. Probieren Sie die Modelle persönlich und „unter Last“ aus. Mit den folgenden Kriterien finden Sie das richtige Transportmittel für Ihre Ausrüstung.
Kameratasche als Schultertasche von Tamrac

Schultertaschen sind besonders beliebt – hier ein Modell des Herstellers Tamrac. Foto: Tamrac

Sauber und sicher soll es sein

Prüfen Sie, ob das Außenmaterial der Kameratasche gegen Wasser schützt und schmutzabweisend wirkt. Auch die Reißverschlüsse müssen Regen außen vor halten, und manche Hersteller legen ihren Kameratasche sogar eine Regenhülle bei. In Fotozeitschriften und im Internet finden Sie Tests zu Wasserdurchlässigkeit und Bruchgefahr bei Kamerataschen.
Manche Taschen signalisieren durch Gesamteindruck und Aufschrift sofort, dass sie wertvolle Ware enthalten; andere Taschen kommen weniger auffällig daher und erzeugen weniger Aufmerksamkeit – ein Vorteil in Gegenden mit hoher Straßenkriminalität.
Kameratasche von Doerr

Prüfen Sie, ob sich die Tasche leicht öffnen und schließen lässt und ob auch bei geöffnetem Deckel nichts herausfüllt. Foto: Doerr

Für Schultertaschen oder Rucksäcke gilt gleichermaßen: Das Transportmittel muss bequem zu öffnen und zu schließen sein. Testen Sie also, ob Reißverschlüsse, Schnallen, Klett- oder Schnappverschlüsse fummelfrei funktionieren. Man muss Tasche oder Rucksack leicht ansetzen und absetzen können, ohne dass sich etwas verhakt. Der Gurt darf auch bei längeren Tragen nicht nerven. Taschen sollten nicht schnell von der Schulter rutschen und auch bei geöffnetem Deckel sollte die teure Fotoausrüstung nicht gleich herausfallen.

Brauchen Sie eine besonders robuste Aufbewahrung, nehmen Sie einen Hartschalenkoffer mit flexibel zuschneidbarem Schaumstoffpolster im Innenbereich. Solche Koffer zum Beispiel für Musikinstrumente oder eben auch für Kameras heißen oft Hardcase, auch ein Hersteller gab sich den Namen Hardcase.

Kameratasche von Doerr in orange

Ist der Innenraum einer Tasche orange oder gelb, finden Sie lose Kleinteile wie Speicherkarten schnell wieder.

Wichtig: die Raumaufteilung
Große Kamerataschen können Sie in variabel große Fächer unterteilen, ebenso Kamerarucksäcke und Foto-Rollkoffer. Prüfen Sie, wie einfach sich die Zwischenwände umbauen lassen und ob innendrin Ihr Gerät zuverlässig am Platz bleibt. Natürlich brauchen Sie auch weitere kleine Fächer etwa für Filter, Speicherkarten und Fernbedienungen. Die meisten größeren Taschen haben zudem eigene Fächer für Laptops oder Tablets, manchmal sogar eine separat entnehmbare Laptop-Innenhülle – achten Sie aber auf die Größenangaben.

Viele Fotografen schätzen auch eine Innenauskleidung in hellen Farben wie Gelb oder Orange. So finden Sie Kleinteile wie Speicherkarten oder Drahtauslöser schneller. Wichtig sind auch Zahl und Platzierung der Eingriffe.

Kameratsche von Hama als Rucksack

Dieser Kamerarucksack von Hama wird wie ein Slingbag mit nur einem Riemen getragen. Auch eine Stativhalterung gehört zur Ausstattung. Foto: Hama

Vielleicht soll Ihre Kameratasche noch weitere Dinge aufnehmen, zum Beispiel Stadtplan, Handy, Reiseführer, Ladegerät oder Trinkflasche. Dann wirken zusätzliche Außenfächer nützlich, so dass Sie nicht immer das große Kamerafach öffnen müssen; allerdings lassen die Nähte der Außenfächer eventuell schneller Regen durch.


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Und: Nicht alle Slingbags und Kamerarucksäcke sind gleichermaßen rückenfreundlich. Manche Modelle bringen ihre Träger sofort ins Schwitzen, andere Hersteller werben mit einer speziellen Belüftung.

Kameratasche von Tamrac als Rollkoffer

Viel Platz: Dieser Rollkoffer von Tamrac nimmt auch große Ausrüstungen auf, geht aber am Flughafen noch als Handgepäck durch. Foto: Tamrac

Mehr Sicherheit
Wer viel draußen fotografiert, achtet bei größeren Schultertaschen und Rucksäcken auf Stellfüße. So können Sie das Transportmittel auch mal auf feuchtem oder dreckigem Untergrund abstellen, ohne dass gleich die ganze Unterseite den Boden berührt.

Viele Kamerataschen bieten Schnallen, die ein Stativ außen an der Tasche fixieren. Weniger verbreitet sind dagegen Trolley-Halterungen – damit befestigen Sie die Kameratasche am Griff eines Rollkoffers, zum Beispiel bei langen Wegen am Flughafen.

Kameratasche von Tamrac als Slingbag

Diese Slingbag von Tamrac lässt sich besonders schnell nach vorn ziehen. Fotos: Tamrac

Manche Schultertaschen haben zusätzlich Handgriffe wie eine Handtasche. Einige Schultertaschen lassen sich mit einer Öse am Gürtel einfädeln, so können Straßenräuber nichts wegreißen. Manchmal gehört sogar ein eigener Bauchgurt zum Lieferumfang oder es gibt Riemen, die Schultertaschen zu schlichten Rucksäcken umfunktionieren. Die Camsafe-Fototaschen des Herstellers Pacsafe sollen besonders sicher sein – durch stahlverstärkte Gurte und Wände sowie durch verdeckte und einhängbare Reißverschlüsse.
Mitunter gilt aber auch: keine Kameratasche ist die beste. Manche Berufsfotografen verzichten in gefährlichen Großstädten komplett auf Kamerataschen, um keine Diebe anzulocken. Stattdessen transportieren sie ihre teure Ausrüstung zum Beispiel in einer Fünf-Euro-Plastiktasche.


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