Richtige Auflösung für Fotodrucke

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Wie regle ich die Auflösung für den Fotodruck?

Wieviel Megapixel brauche ich für welche Druckgröße? Welche Auflösung sollte es mindestens sein? Welche Formate sind mit meiner Kamera noch möglich? Dieser Beitrag gibt Antwort auf alle wichtigen Fragen.

Wie groß kann ich ein Bild drucken? Das hängt vor allem von der Zahl der Bildpunkte quer mal hoch ab. Hat man zuwenig Bildpunkte für die geplante Druckgröße, dann erscheint das Foto im Druck pixelig oder verschwommen.

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So richtig große Posterabzüge machen Laune, zum Beispiel auch auf Leinwand. Viele Bilder kann man fast in Wandbreite drucken. Wie Sie die mögliche Druckgröße einer Fotodatei erkennen, darum geht es in diesem Beitrag.

Wie groß geht’s mit meiner Kamera?

Ein Beispiel: Die Kamera zeichnet 18 Megapixel auf, also 5184 x 3456 Pixel oder Bildpunkte. Für beste Schärfe im Fotodruck sollten Sie 60 Pixel pro Zentimeter oder mehr anliefern (also 60 ppcm Auflösung, 60 Pixel pro Zentimeter). Teilen Sie einfach 5184 und 3456 durch 60 und Sie erhalten die mögliche Bildbreite und Bildhöhe: 86,4 x 57,6 Zentimeter – so groß drucken Sie und erhalten optimale Druckqualität. 60 Pixel pro Zentimeter oder mehr sind ideal. Gute Drucke erhalten Sie jedoch schon bei 25 Pixel pro Zentimeter (also 25 ppcm Bildauflösung), vor allem bei höherem Betrachtungsabstand. Teilen Sie einfach 5184 x 3456 durch 25, schon haben Sie die mögliche Ausgabegröße: gut 207 x 138 Zentimeter.

Zentimeter und Zoll (Inch)

Wir reden in diesem Beitrag von Zentimetern. Aber in der Bildbearbeitung ist auch die Maßeinheit Zoll beliebt (englisch Inch). Manche Bildprogramme bieten überhaupt nur Zoll/Inch-Vorgaben und ignorieren Zentimeterwerte ganz. Darum sollten Sie wissen: Ein Zoll/Inch hat 2,54 Zentimeter. Die optimale Bildqualität von 60 Pixel pro Zentimeter entspricht rund 152 Pixel pro Zoll/Inch (60 ppcm ist also 152 dpi, dots per inch). Gute Fotodrucke erhalten Sie aber bereits mit 25 Bildpunkten pro Zentimeter, das sind rund 63 Bildpunkte pro Zoll/Inch, also 63 dpi.

Übersicht: Wieviel Megapixel für welche Druckmaße?

Aktuelle Kameras liefern ganz unterschiedliche Megapixelzahlen ab – von 12 bis 36 Megapixel und darüber hinaus. Unsere Tabelle nennt mögliche Druckgrößen (gerundet) für typische Megapixel-Klassen in den Seitenverhältnissen 3:2 und 4:3 bei optimaler und bei guter Qualität:

Megapixel-Klasse (MP), Seitenverhältnis12 MP, 4:312 MP, 3:216 MP, 4:318 MP, 3:220 MP, 4:324 MP, 3:2
Pixelzahl z.B. 4000 x 30004256 x 28484608 x 34565184 x 34565152 x 38466000 x 4000
Druckmaß in cm bei optimaler Auflösung (60 ppcm bzw. 152 dpi) 66,7 x 5070,9 x 47,576,8 x 57,686,4 x 57,685,9 x 64,1100 x 66,7
Druckmaß in cm bei guter Auflösung (25 ppcm bzw. 63 dpi)160 x 120170,2 x 113,9184,3 x 138,2207 x 138206,1 x
153,8
240 x 160

Aktuelle Kameras liefern also ordentliche Reserven: Selbst wenn Sie ein Detail aus Ihrer Bilddatei herausschneiden, können Sie diesen Ausschnitt immer noch in Postergröße drucken.

Wie Sie die mögliche Druckgröße kalkulieren

Sie haben eine Bilddatei, vielleicht einen frei herausgetrennten Ausschnitt. Jetzt möchten Sie wissen: Wie groß kann ich das drucken? Wie Sie die mögliche Druckgröße herausfinden, zeigen wir zunächst mit Photoshop CS6 (erschienen 2012). Genauso geht es mit den meisten anderen Photoshop-Versionen wie auch mit Photoshop Elements. Anschließend gehen wir kurz auf andere Programme ein. Im folgenden Beispiel verwenden wir unsere 18-Megapixel-Datei, die Sie auch von dieser Webseite herunterladen können. Aber testen Sie unsere Tipps doch einfach mit Ihren eigenen Dateien, die vorhandene Megapixel-Zahl spielt keine Rolle.

Wir öffnen die 18-Megapixel-Datei in Photoshop CS6 und wählen Bild, Bildgröße. Stellen Sie die Maßeinheit neben Auflösung zunächst auf Pixel/Zentimeter (also ppcm). Sie erkennen, dass die Kamera für das Bild zunächst eine Auflösung von gut 70,8 Pixel/Zentimeter (also 180 dpi) vorgesehen hat. Bei dieser Pixelzahl pro Zentimeter könnte man gut 73,1 x 48,8 Zentimeter groß drucken. Sie sehen es in der folgenden Abbildung:

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Aber Sie wissen ja – 60 Bildpunkte pro Zentimeter reichen schon für optimale Qualität. Wie groß kann man also mit 60 Pixel/Zentimeter drucken? Wichtig: Schalten Sie zuerst ganz unten im Dialog die Option Interpolationsverfahren ab (die Option heißt in einigen Programmversionen auch Neu berechnen). Jetzt tippen Sie eine 60 ins Feld Auflösung – und Photoshop meldet wie erwartet ein Druckmaß von 86,4 x 57,6 Zentimetern:

Serienbild-2_VARIANTE-gross

Aber Sie wissen ja – 25 Bildpunkte pro Zentimeter reichen oft schon für passablen Bildeindruck. Tippen Sie also 25 ins Feld Auflösung. Photoshop errechnet wie zu erwarten rund 207 x 138 Zentimeter:

Gehen Sie die Sache auch einmal so an: Sie möchten 150 Zentimeter breit drucken und wollen die dabei entstehende Auflösung erfahren. Tippen Sie also 150 ins Feld Breite. So meldet Photoshop die neue Bildauflösung bei 1,5 Meter Breite – rund 34,5 Pixel/Zentimter (ppcm). Das ist nicht ideal, aber noch vertretbar:

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Was sollten Sie jetzt im Bildgröße-Dialog einstellen? Das ist egal! In aller Regel müssen Sie das Bild für den Druckdienst gar nicht umformatieren und die im Bild vorgegebenen Werte für Auflösung und Zentimetermaße spielen beim Druckdienst keine Rolle – denn verbindlich sind nur die Angaben, die Sie beim Online-Auftrag machen. Wir haben den Bildgröße-Dialog hier nur für Rechenspiele genutzt, wollen aber nichts dauerhaft umstellen. Klicken Sie also auf Abbrechen.

So ermitteln Sie die Auflösung mit anderen Programmen

Auch in vielen anderen Programmversionen lässt sich die aktuelle Auflösung leicht ablesen. Nicht immer können Sie aber eine neue Auflösung kalkulieren:
  • Raw-Dialog bei Photoshop-Vollversionen: Mit der Schaltfläche Bild speichern spielen Sie unterschiedliche Auflösungen und Zentimetermaße durch.
  • Bridge, die Bildverwaltung von Photoshop: Sie wählen Bearbeiten, Voreinstellungen (am Mac Bridge, Voreinstellungen), gehen in den Bereich Miniaturen und wählen als Zeilen für Miniatur-Metadaten Maße sowie Abmessungen (in cm).
  • Lightroom 5.3: Im Bibliothek-Modul öffnen Sie rechts das Metadaten-Bedienfeld mit der Vorgabe Standard.
Diese Funktionen bieten Ihnen beliebte Gratisprogramme:
  • Picasa 3: Wählen Sie Bild, Eigenschaften (nur Anzeige, keine Änderung).
  • Gimp 2.8.10: Bild, Druckgröße.
  • XnView 2.13: Zeigen Sie ein Einzelbild per Doppelklick groß an, dann folgt Bild, Größe ändern.
  • Paint.Net 4.0 beta: Bild, Größe ändern.
  • Windows 7 Datei-Explorer: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Bilddatei, dann auf Eigenschaften, dann auf das Details-Register; Windows nennt Pixelzahl und dpi-Auflösung, aber keine Seitenlängen. Die Pixelzahl erscheint auch im Detailbereich (einblenden per Organisieren, Layout, Detailbereich).
  • Windows Fotogalerie 2012: Per Bearbeiten, Größe ändern werden nur Bildpunktzahlen angeboten, keine Zentimetermaße.
  • Paint, Zubehör in Windows 7 und 8: Die Schaltfläche Start, Größe ändern verrät Pixelzahlen. Der Befehl Paint, Eigenschaften nennt wahlweise Zentimeterwerte. Bei Änderungen hier wird Rand abgeschnitten.
  • Microsoft Office Picture Manager (hier Version 2003, zuletzt enthalten in Office 2010, dann abgeschafft): Der Befehl Bild, Größe ändern berücksichtigt nur Bildpunktzahlen, keine Zentimeterwerte.
  • Microsoft Office Document Imaging (2003): Berücksichtigt nur TIFF-Dateien, nicht die üblichen JPEG-Dateien einer Digitalkamera. Der Befehl Ansicht, Seiteneigenschaften nennt Pixelzahlen und aktuell vorgesehene Druckmaße, erlaubt aber keine Änderungen.
  • Wollen Sie Ihre Bilder online bearbeiten, direkt im Internet-Browser, nutzen Sie den Editor unter Pixlr.com mit dem Befehl Bild, Bildgröße oder öffnen Sie iPiccy.com mit der Funktion Resize Image. Allerdings: Beide Programme zeigen und ändern nur Pixelwerte, keine Zentimeter- oder ppcm-Werte. Wichtiger noch: Beide Angebote speichern Bilder generell mit nicht mehr als 4000 Bildpunkten Breite (circa zwölf Megapixel), sie werden also oft verkleinert – das ist für Postergrößen nicht immer geeignet.
  • Am Handy oder Tablet unter iOS oder Android: Die Apps Aviary und Photoshop Express verraten nichts über Bildmaße, ebenso die Android-Galerie. Bei Snapseed tippen Sie auf die Menütaste und dann auf Bild; dabei sehen Sie nur Pixel-, keine Zentimeterwerte und können nichts ändern.

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Auch das Gratisprogramm Gimp meldet verschiedene Druckmaße je nach Auflösung, nutzen Sie den Befehl Bild, Druckgröße. Hier haben wir auf 60 Bildpunkte pro Zoll umgestellt.

Die Auflösung ist nicht alles

Die Zahl der Bildpunkte ist ein entscheidendes Kriterium bei der Festlegung der möglichen Druckgröße. Aber es gibt auch noch andere Faktoren: So erzeugen manche Objektive viel schärfere Bilder als andere. Der Sensor Ihrer Kamera spielt auch eine Rolle: 15 Megapixel Auflösung, das bekommen Sie von Handy-Kameras ebenso wie von Kompaktkameras wie auch von großen Systemkameras mit Wechselobjektiven – das ist also immer die selbe Megapixel-Zahl bei unterschiedlichsten Sensorgrößen.

Häufig produzieren bei gleicher Pixelzahl Kameras mit größerem Sensor (also niedriger Pixeldichte) die größer druckbaren Fotos; eine 15-Megapixel-Systemkamera eignet sich also meist besser für Posterdrucke als ein Kamerahandy mit ebenfalls 15 Megapixeln. Durch gezielte Scharfzeichnung in der Nachbarbeitung wirkt jedes Foto viel markanter, es sieht dann auf Großabzügen auch besser aus. Dem Scharfzeichnen widmen wir darum später noch einen eigenen Artikel.

Aufloesung_3_Online

Bilder online bearbeiten ist praktisch, doch die Internet-Programme Pixlr.com wie auch iPiccy.com verkleinern Ihre Fotos spätestens beim Speichern auf 4000 Pixel Breite. Und wenn meine Datei viel zu klein ist? Ihre Bilddatei hat eindeutig zu wenig Bildpunkte für die geplanten Druckmaße, sie wird vielleicht beim Druckdienst gar nicht erst angenommen? Am besten drucken Sie ein paar Nummern kleiner. Zur Not können Sie das Bild auch größer rechnen. Das zaubert zwar keine zusätzlichen Details ins Foto. Aber die Datei wird beim Druckdienst nicht mehr abgelehnt und mit den richtigen Befehlen in der Bildbearbeitung verhindern Sie zumindest ein unnötig verwaschenes Ergebnis. Wie man ein zu kleines Bild kunstvoll größer rechnet, besprechen wir noch in einem ausführlichen Artikel. Hier in Kürze das Verfahren bei neueren Photoshop-Versionen:

  1. Wählen Sie Bild, Bildgröße-Befehl am besten mit der Einstellung Automatisch im Klappmenü Neu berechnen oder Interpolation und rechnen Sie das Bild größer.
  2. Auf das Hochrechnen lassen Sie einen leichten Scharfzeichner folgen.
  3. Verblüffend, aber praxisbewährt: Ein leichter Rauschfilter zum Schluss zeigt Ihr hochgerechnetes Foto nicht nur körniger, sondern auch schärfer

Auf einen Blick: Infografik zum Thema Auflösung für Fotodrucke

Infografik Auflösung für Fotodrucke

 

Download der Infografik als PDF (622kb):

Download der Infografik

 

Der besondere Tipp von myposter

Wie im Artikel gesagt: Mit 60 Bildpunkten (Pixeln) pro Zentimeter entstehen optimale Druckergebnisse, das entspricht etwa 150 dpi. Tolle Drucke erhalten Sie jedoch oft schon ab 25 Bildpunkten pro Zentimeter (also etwa 63 dpi). Am besten rechnen Sie nichts in Ihrer Datei um, schicken Sie uns einfach die Originalgröße – egal, welche Druckgröße Sie brauchen.

Sehr übersichtlich: Bestellen Sie eine bestimmte Druckgröße, dann meldet unsere Internetseite sofort, wie gut sich das aktuelle Bild für die gewünschte Größe eignet. Sie sehen es an der „Qualitätsampel“ unter dem Bild: Steht die Markierung im grünen Bereich, eignet sich Ihr Foto optimal. Je weiter links der Balken im orangen oder roten Bereich erscheint, desto weniger eignet sich das Bild – vielleicht bestellen Sie lieber eine kleinere Größe.

In unserer Abbildung hier haben wir das Testbild genommen, direkt auf der Internetseite im myposter-Produkt-Designer einen Ausschnitt angelegt und dann eine Leinwand in 200 x 133 Zentimeter bestellt. Sie wissen es aus dem Beitrag: Weniger als 18 Megapixel in 200 Zentimeter Breite, das ergibt kein ganz optimales Druckergebnis. Darum erscheint die Qualitätsmarkierung unter dem Bild hier im orangen Bereich und nicht bei Grün. Sie können es so drucken. Aber das Ergebnis wirkt eventuell noch einen Tick schärfer, wenn Sie einen größeren Ausschnitt wählen oder wenn Sie kleiner drucken.

Und übrigens: Wollen Sie die Bildqualität optimal ausnutzen, müssen Sie sich keine festen Standard-Druckgrößen wie 80 x 60 Zentimeter berücksichtigen: Denn bei myposter bekommen Sie x-beliebige eigene, individuelle Formate in verschiedensten Größen und Seitenverhältnissen – so wie es zu Ihrem Bild und zu Ihren Wünschen passt. Bei myposter bekommen Sie die Ausdrucke also nicht nach irgendwelchen Normmaßen, sondern Bilder im Wunschformat.

myposter-Produkt-Designer-Qualitätsbalken

Hier bestellen wir einen Bildausschnitt in zwei Meter Breite. Das Originalbild hat eine Auflösung von knapp über 5.000 Pixel auf der langen Seite. Aufgrund des kleinen gewählten Ausschnitts steht der Qualitätsbalken nur im orangen Bereich: Sie erhalten ein gutes Druckergebnis, doch kein perfektes. Wenn Sie einen größeren Ausschnitt oder ein kleineres Format wählen, erscheint der Druck vielleicht noch etwas schärfer.

Laden Sie hier unser Beispielbild für Ihre eigenen Tests auf den eigenen Computer.

Heico Neumeyer

Unser Autor Heico Neumeyer ist Fachjournalist, Lektor, Übersetzer und Trainer für Fotografie, Bildbearbeitung und Reisethemen. Neben Tausenden von Magazin-Artikeln produzierte Neumeyer auch Videotutorials und mehr als ein Dutzend erfolgreiche Bücher unter anderem zu Photoshop. Neumeyer lebt in Oberbayern.