Fotos retuschieren: Flecken und Falten entfernen

Fotos retuschieren: Einsatz des Kopierstempels Bild 2

5 Minuten Ø Lesezeit

Pickel, Falten oder Staubflecken entstellen so manches Foto. Doch Sie können mit wenigen Schritten Ihre Fotos retuschieren und so solche Fehler am Computer ganz leicht entfernen. Die meisten Bildprogramme liefern gleich ganze Sammlungen von Werkzeugen für die Bildretusche von unterschiedlichen Störungen. Die wichtigsten Verfahren stellen wir Ihnen vor.

Das Grundprinzip ist dabei immer gleich: Sie nehmen irgendwo aus dem Foto Bildpunkte auf, und die kopieren Sie über die Störstelle, so dass zum Beispiel eine Falte überdeckt wird.

Der klassische Kopierstempel

Besonders bekannt ist der Kopierstempel, er heißt auch Klonwerkzeug. Die Funktion entfernt zum Beispiel Stromdrähte; hier bearbeiten wir Falten. Wir schildern das Verfahren für Photoshop und Photoshop Elements, aber bei vielen anderen Bildprogrammen läuft es praktisch genauso:

  1. Klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste kurz neben die Störung. Sie klicken also in eine gute Bildstelle, die man anschließend über die Problemstelle kopieren kann. Wir klicken hier in glatte Haut nahe der Falte.
  2. Lassen Sie die Alt-Taste los und ziehen Sie das Werkzeug bei gedrückter linker Maustaste nun über die Falte. Dabei kopieren Sie benachbarte Pixel über die Störzone. Der sogenannte Kopierursprung wird dabei mit einem Kreuz markiert – an dieser Stelle nehmen Sie Bildpunkte auf.

Wie für alle Retusche-Pinsel gilt: Den Durchmesser des Kopierstempels stellen Sie passend zum Störbereich ein. In der Regel sollten Sie auch eine weiche Pinselspitze einrichten, zum Beispiel null Prozent Härte. So entsteht ein weicher, unauffälliger Übergang zwischen Retuschezonen und Bildumgebung.

 


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Bei Photoshop und Photoshop Elements heißt das Werkzeug Kopierstempel. Eine vergleichbare Funktion finden Sie aber auch bei vielen anderen Programmen:
  • Gimp 2.10.20: Klonen
  • Lightroom Classic und Vorgänger: Entwickeln-Modul, Bereichsreparatur-Werkzeug im Modus „Kopierstempel“ (nicht „Reparieren“)

 

Raffiniert Fotos retuschieren mit dem Reparatur-Pinsel

Der Kopierstempel hat ein Problem: Benachbarte Bildbereiche, die Sie über eine Störung kopieren, harmonieren oft nicht perfekt mit der neuen Umgebung. Zum Beispiel stimmen Helligkeit oder Färbung nicht perfekt überein – dann fällt es leicht unschön auf, dass Sie retuschiert haben, man sieht Ränder.

Abhilfe schafft ein Werkzeug, das bei den Photoshop-Programmen Reparatur-Pinsel heißt. Meist probiert man dieses Werkzeug zuerst aus.
 
Sie wenden den Reparatur-Pinsel genauso an wie den Kopierstempel. Also:

  1. Definieren Sie den Kopier-Ursprung, indem Sie bei gedrückter Alt-Taste (je nach Programm) in eine brauchbare Bildstelle klicken.
  2. Malen Sie über die Störung; Sie wird mit den zuvor gewählten Bildpunkten überdeckt.

 

Das Besondere diesmal: Abrupte Übergänge zwischen Retusche und Umgebung gleicht das Bildprogramm vollautomatisch aus. Besonders gut funktioniert das bei Störungen vor homogenen Bildbereichen, zum Beispiel auch bei Falten sowie vor Meer, Himmel oder einfarbiger Wand.


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Liegt die Störung jedoch hart am Bildrand oder in der Nähe markanter Konturen, dann erzeugt der Reparatur-Pinsel nur neue Fehler. Dann nimmt man besser den Kopierstempel.

Einige andere Programme bieten das Werkzeug unter diesen Bezeichnungen an:
  • Gimp 2.10.20: Heilen
  • Windows 10 Fotos: Bearbeiten, Anpassungen, Fleckenkorrektur – wirkt nur in sehr kleinen Bildbereichen, nur begrenzt oder gar nicht
  • Lightroom Classic und Vorgänger: Entwickeln-Modul, Bereichsreparatur-Werkzeug im Modus „Reparieren“ (nicht „Kopierstempel“)

 

Mit dem Bereichsreparatur-Pinsel geht´s ganz schnell

Noch schneller funktioniert ein anderes Werkzeug, das bei Photoshop und Photoshop Elements Bereichsreparatur-Pinsel heißt: Hier definieren Sie nicht erst per Alt-Klick eine Zone, aus der Sie Bildpunkte für die Fehlerkorrektur aufnehmen. Stattdessen klicken Sie sofort auf die Störung oder Sie ziehen sofort über der Störung; das Programm sucht sich dann automatisch Bildpunkte aus der Umgebung, um den Fehler zu überdecken.

 

Das Korrekturwerkzeug in Lightroom kann das im „Reparieren“-Modus auch – und hier lässt sich der überdeckende Bildbereich nachträglich verschieben.

Diese automatische Bildretusche funktioniert am besten in sehr einheitlichen Bildflächen, zum Beispiel bei Schönheitsflecken, Pickeln oder kleinen Vögeln am Himmel. Auch dünne Zaunpfosten oder Leitungsdrähte verschwinden gut mit dem unkomplizierten Bereichsreparatur-Pinsel.

 

Schnelle Bildretusche am Handy

Fotos retuschieren auf die schnelle nach Art aus dem letzten Abschnitt bieten auch kostenlose Bild-Apps am Handy: Sie streichen oder tippen über der Störstelle, schon verschwindet sie. Kleine verbleibende Fehler bearbeiten Sie mit einem zweiten Tipp. Gut funktioniert das aber nur bei homogener Umgebung.

Fotos retuschieren am Handy

Links: Die Hand des Fotografen kam bei diesem Handyfoto mit aufs Bild. Mitte: Wir tippen die Störstelle in der Gratis-App Photoshop Express mit dem Schönheitsfehler-Werkzeug an. Rechts: Die App entfernt die Hand und ersetzt sie durch passendes Laubwerk.

Hier die Verfahren in zwei beliebten kostenlosen Apps für Android- und iOS-Geräte:

  • Photoshop Express: Nutzen Sie das Schönheitsfehler-Werkzeug, das wie ein Pflaster aussieht. Hier gibt es nur kreisrunde Werkzeugumrisse und Sie können nur tippen, nicht ziehen. Stellen Sie zuerst eine passende Größe mit dem Schieberegler ein, dann tippen Sie auf die Störung. Falls Randfehler verbleiben, senken Sie die Werkzeuggröße mit dem Regler und tippen erneut.
  • Snapseed: Tippen Sie auf Tools, dann auf „Reparieren“ (wieder ein Pflaster-Symbol). Übermalen Sie die Störung so knapp wie möglich – sie verschwindet automatisch.

 

Fotos retuschieren mit dem Ebenen-Trick

Egal, ob Sie Kopierstempel, Reparatur-Pinsel oder Bereichsreparatur-Pinsel nutzen – mit einem Trick retuschieren Sie noch komfortabler. Nutzen Sie zum Beispiel das Gratisprogramm Gimp, aber auch Photoshop oder Photoshop Elements.

Fotos retuschieren mit der Ebenen-Technik

Die Falten unter den Augen und auf der Stirn wurden hier auf einer neuen Ebene retuschiert. So lässt sich die Retusche nachträglich anpassen.

 

  1. Bevor Sie retuschieren, legen Sie über dem Foto eine neue leere Ebene an.
  2. Stellen Sie das Werkzeug so ein, dass alle Ebenen berücksichtigt werden und nicht nur die aktuelle Ebene.
  3. Retuschieren Sie wie üblich.

Die Bildretusche sieht damit aus wie immer. Aber die neu erzeugten Bildpunkte landen auf einer eigenen Ebene und lassen sich unabhängig vom Originalfoto verfeinern.

Einige Gestaltungsmöglichkeiten:
  • Bei Faltenretuschen senken Sie die Deckkraft etwas, damit die Haut nicht übermäßig glatt erscheint; die retuschierten Falten wirken zwar etwas flacher, verschwinden aber nicht völlig.
  • Ändern Sie den Mischmodus; bei Hautretusche schafft zum Beispiel der „Aufhellen“-Mischmodus natürlichere Ergebnisse.
  • Haben Sie zu viel wegretuschiert, verkleinern Sie die korrigierte Zone mit Ebenenmasken oder Radiergummi.

 

Rotgeblitzte Augen aus Ihren Fotos retuschieren

Auch rotgeblitzte „Kaninchenaugen“ verbessern Sie leicht am Computer, hier am Beispiel von Photoshop und Photoshop Elements:
  1. Klicken Sie links in der Werkzeugleiste auf das Rote-Augen-Werkzeug.
  2. Klicken Sie einmal auf das rote Auge, schon verschwindet das Problem. Eventuell müssen Sie nicht klicken, sondern das Auge durch eine Mausbewegung einrahmen.
  3. Klicken Sie das andere Auge an oder rahmen Sie ein – und Sie haben wieder ein natürliches Portraitfoto.
Fotos retuschieren: Rotgeblitzte Augen

Im Bild rechts haben wir die rotgeblitzten Augen mit Photoshop Elements 12 entfernt. Dafür muss man nur mit dem Rote-Augen-Werkzeug in die Pupillen klicken.

 

Manche Programme wie Photoshop Elements durchsuchen sogar ganze Bildsammlungen automatisch nach rotgeblitzten Augen und beheben das Problem sofort. Vorsicht jedoch: Wenn Sie Pech haben, werden auch rote Blumen als Augen erkannt und retuschiert; die Blüten erscheinen anschließend dunkelgrau.

Dieses Problem besteht auch, wenn rotgeblitzte Augen vollautomatisch per Klick oder Tipp retuschiert oder wenn sie schon beim Öffnen entfernt werden sollen. Manche Programme korrigieren auch geblitzte Tieraugen automatisch – eine Aufgabe für sich.

Andere, kostenlose Programme bieten diese Funktionen:
  • Gimp 2.10.20: Wählen Sie das Augen-Innere grob mit Lasso der Ellipse aus. Dann folgt der Befehl Filter, Verbessern, Rote Augen entfernen
  • Windows 10 Fotos: Bearbeiten, Anpassungen, auf Schaltfläche Rote Augen klicken, dann Augen anklicken
  • XnView MP: in Einzelbilddarstellung Auge mit Mausbewegung einrahmen, dann Bild, Rote-Augen-Korrektur

Ähnliche Funktionen finden Sie auch bei Handy-Apps.
 

So vermeiden Sie rote Augen am besten schon beim Fotografieren

  • Erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit oder erzeugen Sie mehr Raumlicht, dann muss die Kamera nicht so stark blitzen.
  • Wenn Sie ein externes Blitzgerät verwenden, halten Sie es weiter von der Kamera weg – mehr Abstand von der Objektivachse bedeutet weniger Rote-Augen-Gefahr.

 

Lauter aufgehübschte Fotos! Und was jetzt?

Nun haben Sie alle Fotos retuschiert, alle Flecken und Falten entfernt. Doch nun sind die Aufnahmen eigentlich viel zu schade, um sie digital versauern zu lassen, oder? Machen Sie einfach was besonders Schönes aus Ihren Erinnerungen – für sich selbst oder auch als Foto-Geschenk für jemanden, der Ihnen am Herzen liegt. Persönlicher kann man kaum schenken.

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