Flecken und Falten retuschieren

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Bildkosmetik: So entfernen Sie Flecken und Falten am Computer

Pickel, Falten oder Staubflecken entstellen so manches Foto. Doch solche Fehler lassen sich am Computer ganz leicht retuschieren. Die meisten Bildprogramme bieten sogar gleich mehrere Retuschewerkzeuge für unterschiedliche Störungen und Verfahren an. Wir zeigen, wie Sie Ihre Bilder auf Hochglanz retuschieren.

Aktuelle Bildprogramme bieten ganze Sammlungen von Werkzeugen, mit denen Sie Bildfehler retuschieren – vom Pickel bis zu störenden Touristen lässt sich alles entfernen. Wir stellen die wichtigsten Verfahren vor. Das Grundprinzip ist dabei immer gleich: Sie nehmen irgendwo aus dem Foto Bildpunkte auf; die kopieren Sie über die Störstelle, so dass zum Beispiel eine Falte überdeckt wird.

Der klassische Kopierstempel

Besonders bekannt ist der Kopierstempel, er heißt auch Klonwerkzeug. Die Funktion entfernt zum Beispiel Stromdrähte, wir bearbeiten hier Falten. Wir schildern das Verfahren für Photoshop-Programme, aber bei vielen anderen Bildprogrammen läuft es praktisch genauso:

  1. Klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste neben die Störung. Sie klicken also in eine gute Bildstelle, die man anschließend über die Problemstelle kopieren kann. Wir klicken hier in glatte Haut nahe der Falte.
  2. Lassen Sie die Alt-Taste los und ziehen Sie das Werkzeug nun über die Falte. Dabei kopieren Sie benachbarte Pixel über die Störzone. Der sogenannte Kopierursprung wird dabei mit einem Kreuz markiert – an dieser Stelle nehmen Sie Bildpunkte auf.

Wie für alle Retusche-Pinsel gilt: Den Durchmesser des Kopierstempels können Sie passend zum Störbereich einstellen. In der Regel sollten Sie auch eine weiche Pinselspitze einrichten, zum Beispiel null Prozent Härte. So entsteht ein weicher Übergang zwischen Retuschezonen und Bildumgebung.

Bei Photoshop und Photoshop Elements heißt das Werkzeug Kopierstempel. Eine vergleichbare Funktion finden Sie aber auch bei vielen Gratisprogrammen:
  • Gimp 2.8.10: Klonen
  • Paint.net 4.0 beta: Klonen (Stempel)
  • Pixlr.com im Internet-Browser: Kopierstempel-Werkzeug
  • Ipiccy.com im Internet-Browser: im Bereich Advanced das Clone Tool

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Der Kopierstempel retuschiert hier eine Augenfalte. Das Kreuz unterhalb der Falte zeigt den Kopierursprung an, also den Bereich, aus dem Sie Bildpunkte über die Störung kopieren.

So wirkt der Kopierstempel noch raffinierter

Der Kopierstempel hat ein Problem: Benachbarte Bildbereiche, die Sie über eine Störung kopieren, harmonieren oft nicht perfekt mit der neuen Umgebung. Zum Beispiel stimmen Helligkeit oder Färbung nicht perfekt überein – dann fällt es leicht unschön auf, dass Sie retuschiert haben.
Abhilfe schafft ein Werkzeug, das bei den Photoshop-Programmen Reparatur-Pinsel heißt. Sie wenden es genauso an wie den Kopierstempel. Also:

  1. Definieren Sie den Kopierursprung, indem Sie bei gedrückter Alt-Taste (je nach Programm) in eine brauchbare Bildstelle klicken.
  2. Malen Sie über die Störung; Sie wird mit den zuvor gewählten Bildpunkten überdeckt.

Das Besondere diesmal: Abrupte Übergänge zwischen Retusche und Umgebung gleicht das Bildprogramm vollautomatisch aus. Besonders gut funktioniert das bei Störungen in homogenen Bildbereichen, zum Beispiel auch bei Falten. Liegt die Störungen jedoch hart am Bildrand oder in der Nähe markanter Konturen, dann erzeugt der Reparatur-Pinsel nur neue Fehler.

Einige andere Programme bieten das Werkzeug unter diesen Bezeichnungen an:
  • Gimp 2.8.10: Heilen
  • Picasa 3.9: Bereich Allgemeine Optimierungen, Retuschieren
  • Ipiccy.com im Internet-Browser: oben Retouch einschalten, dann links Funktionen wie Wrinkle Remover (gegen Falten)

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Das Bereichsreparatur-Werkzeug wird in Photoshop Elements über die Deckeninstallation gezogen – sofort verschwindet das Detail spurlos aus dem Bild, wir mussten nicht erst einen Kopierursprung festlegen.

Das schnellste Retusche-Werkzeug überhaupt

Noch schneller funktioniert ein anderes Werkzeug, das bei Photoshop-Programmen Bereichsreparatur-Pinsel heißt: Hier definieren Sie nicht erst per Alt-Klick eine Zone, aus der Sie Bildpunkte für die Fehlerkorrektur aufnehmen. Stattdessen klicken Sie sofort auf die Störung oder Sie ziehen sofort über der Störung; das Programm sucht sich dann automatisch Bildpunkte aus der Umgebung, um den Fehler zu überdecken. Das funktioniert am besten in sehr einheitlichen Bildflächen, zum Beispiel bei Schönheitsflecken, Pickeln oder kleinen Vögeln am Himmel. Auch dünne Zaunpfosten oder Leitungsdrähte verschwinden gut mit dem unkomplizierten Bereichsreparatur-Pinsel.

In einigen Gratis-Programmen finden Sie die Funktion so:
  • Windows Fotogalerie 2012: Bearbeiten, Retuschieren, dann um Störung ziehen
  • Pixlr.com im Internet-Browser: Spot-Heal-Tool
  • Ipiccy.com im Internet-Browser: oben Retouch einschalten, dann links Funktionen wie Blemish Fixer (gegen Hautstörungen)

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Die Falten unter den Augen und auf der Stirn wurden hier auf einer neuen Ebene retuschiert. So lässt sich die Retusche nachträglich anpassen.

Der Trick mit der Ebene

Egal, ob Sie Kopierstempel, Reparatur-Pinsel oder Bereichsreparatur-Pinsel nutzen – mit einem Trick retuschieren Sie noch komfortabler. Nutzen Sie zum Beispiel das Gratisprogramm Gimp, aber auch Photoshop oder Photoshop Elements. So geht’s:

  1. Bevor Sie retuschieren, legen Sie über dem Foto eine neue leere Ebene an.
  2. Stellen Sie das Werkzeug so ein, dass alle Ebenen und nicht nur die aktuelle Ebene berücksichtigt werden.
  3. Retuschieren Sie wie üblich.
Die Retusche sieht damit aus wie immer. Aber die neu erzeugten Bildpunkte landen auf einer eigenen Ebene und lassen sich unabhängig vom Originalfoto verfeinern. Einige Gestaltungsmöglichkeiten:
  • Bei Faltenretuschen senken Sie die Deckkraft etwas, damit die Haut nicht übermäßig glatt erscheint; die retuschierten Falten wirken zwar etwas flacher, verschwinden aber nicht völlig.
  • Ändern Sie den Mischmodus; bei Hautretusche schafft zum Beispiel der Aufhellen-Mischmodus natürlichere Ergebnisse.
  • Haben Sie zu viel wegretuschiert, verkleinern Sie die korrigierte Zone mit Ebenenmasken oder Radiergummi.

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Im Bild rechts haben wir die rotgeblitzten Augen mit Photoshop Elements 12 entfernt. Dafür muss man nur mit dem Rote-Augen-Werkzeug in die Pupillen klicken.

Rotgeblitzte Augen

Auch rotgeblitzte „Kaninchenaugen“ verbessern Sie leicht am Computer, hier am Beispiel von Photoshop und Photoshop Elements:
  1. Klicken Sie links in der Werkzeugleiste auf das Rote-Augen-Werkzeug.
  2. Klicken Sie einmal auf das rote Auge, schon verschwindet das Problem. Eventuell müssen Sie nicht klicken, sondern das Auge durch eine Mausbewegung einrahmen.
  3. Klicken Sie das andere Auge an oder rahmen Sie ein – und Sie haben wieder ein natürliches Portraitfoto.

Manche Programme wie Photoshop Elements durchsuchen sogar ganze Bildsammlungen automatisch nach rotgeblitzten Augen und beheben das Problem sofort. Vorsicht jedoch: Wenn Sie viel Pech haben, werden auch rote Blumen als Augen erkannt und retuschiert; die Blüten erscheinen anschließend dunkelgrau.

Vermeiden Sie rote Augen am besten schon beim Fotografieren:
  • Erhöhen Sie die ISO-Empfindlichkeit oder erzeugen Sie mehr Raumlicht, dann muss die Kamera nicht so stark blitzen.
  • Wenn Sie ein externes Blitzgerät verwenden, halten Sie es weiter von der Kamera weg – mehr Abstand von der Objektivachse bedeutet weniger Rote-Augen-Gefahr.
Andere, kostenlose Programme bieten diese Funktionen:
  • Gimp 2.8.10: Filter, Verbessern, Rote Augen entfernen
  • Picasa 3.9: Bereich Allgemeine Optimierungen, Rote Augen
  • Paint.net 4.0 beta: Augen grob mit Rechteck-Maske auswählen, dann Effekte, Foto, Rote-Augen-Effekt entfernen
  • Windows Fotogalerie 2012: Bearbeiten, Rote-Augen-Effekt
  • Pixlr.com im Internet-Browser: Rote-Augen-Werkzeug
  • Ipiccy.com im Internet-Browser: oben Retouch einschalten, dann links Red-Eye-Fix
  • IrfanView 4.37: Auge mit Mausbewegung einrahmen, dann Bild, Rote-Augen-Reduktion


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