Landschaftsfotografie: Atemberaubende Fotos in alpinen Welten

8 Minuten Ø Lesezeit

In alpinen Regionen ergeben sich Situationen von beinahe übernatürlicher Schönheit. Wie Sie diese Momente mit der Kamera festhalten und atemberaubende Sonnenaufgänge sowie nebelverhangene Gipfel fotografieren, erfahren Sie in diesem Beitrag.
 

Vorbereitung

Fotografische Ausrüstung

In Bezug auf Ihre Kamera können Sie zum Glück heute nicht mehr viel falsch machen. Alle größeren Hersteller bringen laufend neue hochwertige Kameras auf den Markt. Mit jeder Kamera, bei der sich Blende, Verschlusszeit und ISO manuell einstellen lassen, kann man spannende Bilder der Bergwelten schießen.

Viel wichtiger als die Wahl der Kamera sind die Objektive. Investieren Sie also lieber in ein hochwertiges und lichtstarkes Objektiv als in eine neue Kamera. Aber welches ist nun das perfekte Objektiv für die Fotografie in Berglandschaften? In der Landschaftsfotografie möchte man oft einen möglichst großen Ausschnitt der Szenerie abbilden. Dies gelingt am besten mit einem Weitwinkelobjektiv. Bei einer APS-C Kamera bedeutet das eine Brennweite zwischen 10-24 mm, wobei eine 10 mm Brennweite schon als Ultra-Weitwinkel zu betiteln ist. Bei einer Vollformat Kamera sollte der Brennweitenbereich zwischen 14-35 mm liegen. Dieser Unterschied kommt durch den Cropfaktor zustande, der durch die unterschiedliche Sensorgröße der Kameras entsteht. Natürlich kann auch eine größere Brennweite spannend sein, um Berge näher heran zu holen und isoliert abzubilden.

Des Weiteren sollten Sie sich überlegen, ob Sie ein Objektiv mit einer festen Brennweite kaufen oder ein Objektiv mit Zoom-Funktion. Grundsätzlich sind Objektive mit Festbrennweiten lichtstärker. Dies hat eine größere Tiefenunschärfe zur Folge, und es gelangt mehr Licht auf den Sensor. So kann man eine kürzere Verschlusszeit wählen. Dies ist vor allem in Dämmerungs-Situationen, in denen man kein Stativ benutzt, vorteilhaft. Andererseits besteht nicht die Möglichkeit zu zoomen und somit den Bildausschnitt zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Auch hier gibt es kein richtig oder falsch. Jeder muss für sich herausfinden, was sich für seine Bedürfnisse am meisten bewährt.


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Zusätzliche Ausrüstung

Wer in die Berge will, sollte neben der fotografischen Ausrüstung einige Dinge unbedingt dabei haben.

Hier eine Auflistung:
– Rucksack
– Wanderschuhe
– Regenjacke
– Sonnenbrille
– Gehstöcke, vor allem bei anspruchsvollen Wanderungen sehr zu empfehlen
– Stirnlampe
– Karte oder Wander-App mit Offline-Funktion
– Telefon für Notfälle
– Kleine Notfall-Aapotheke (Blasenpflaster, Verband, Medikamente gegen Insektenstiche etc.)
– Zwischen 2-3 Liter Wasser pro Tag und Person
– Bargeld

Ihre Kleidung sollte möglichst atmungsaktiv sein und Sie nicht in Ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Am besten ziehen Sie sich nach dem “Zwiebelschalen-Prinzip” an. Das heisst, lieber mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander als eine dicke Jacke. Dies isoliert einerseits viel besser, und andererseits lässt sich bei Bedarf das eine oder andere Teil aus- bzw. wieder anziehen.

Tipp: Oftmals zieht man sich vor Beginn der Wanderung viel zu warm an und muss dann nach einigen Minuten schon den ersten Stopp einlegen, um eine Schicht auszuziehen. Deswegen gilt: «Ein erfahrener Berggänger startet immer leicht fröstelnd.»

Planen Sie eine mehrtägige Wanderung, sollten Sie Folgendes ebenfalls mitnehmen:

– Zelt oder Biwak-Sack
– Isomatte
– Schlafsack: Sollte eine Komfortzone zwischen 0 bis 4 Grad Celsius haben, da es in den Bergen selbst im Sommer in der Nacht sehr kalt werden kann
– Gaskocher und 2 Feuerzeuge, Besteck und Geschirr
– Toilettenpapier
– Toiletten-Artikel wie Zahnbürste und Zahnpasta

Besonders bei Touren mit Übernachtungen sind Hosen mit abnehmbaren Hosenbeinen eine gute Investition. Tagsüber wenn es warm ist, kann man die Hosenbeine wegnehmen und nach Sonnenuntergang, wenn es kalt wird, kann man die kurze Hose wieder in eine lange umwandeln. Dadurch ist nur eine Hose notwendig, und man kann Gewicht sparen.

Bevor Sie all die Dinge, die Sie mitnehmen wollen in Ihrem Rucksack verstauen, schauen Sie sich nochmals alles an und fragen Sie sich: “Brauche ich das wirklich?” Seien Sie ruhig ein bisschen streng mit sich. Es ist eine (mehrtägige) Wanderung und kein Campingurlaub.
 

Wettervorhersage

Bevor Sie Ihre Wanderung in die Berge beginnen, sollten Sie sich bezüglich des Wetters vorbereiten. Verfolgen Sie die Wettervorhersage (Regenradar), um eine grobe Einschätzung des Wetters vor Ort machen zu können. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass sich das Wetter in den Bergen nie mit 100 % Erfolgsquote vorhersagen lässt. Die Wetterlagen in bergigen Regionen können sich sehr schnell verändern; zu Ihrem Vor- aber auch zu Ihrem Nachteil. Markante Temperatur-Stürze sind nicht selten.

Schlechtes Wetter bedeutet jedoch nicht gleich schlechtes Wetter zum Fotografieren. Gerade bei Nebel kann es in der Naturfotografie zu äußerst spektakulären Situationen kommen. Wagen Sie sich deshalb ruhig auch bei nicht so guter Wetterprognose aus dem Haus, denn “Es gibt kein schlechtes Wetter. Es gibt nur schlechte Ausrüstung.” Meiden Sie jedoch anspruchsvolle Wanderungen mit exponierten Stellen, denn bei rutschigem Boden kann es schnell gefährlich werden. Bei aufkommenden Gewittern sind die Berge ein schlechtes Ausflugsziel, da das Risiko für einen Blitzeinschlag erheblich höher ist als in tieferen Lagen.


 

Durchführung

Warum es sich lohnt, früh aufzustehen

Morgenmuffel aufgepasst! Wer die besten Fotos schießen will, muss früh aus den Federn. Seien wir ehrlich: Sonnenaufgangsbilder sind einfach die schönsten. Denn bei Sonnenaufgang (und natürlich auch bei Sonnenuntergang) ist das Licht am besten. Die Farbtemperatur ist angenehm warm und die Wolken werden in rötlich-gelbe Farben getaucht. Besonders interessant ist es auch, wenn die Sonne an unserem Standort noch nicht aufgegangen ist, die Bergspitzen aber schon angestrahlt werden. Dann werden die Gipfel in ein schönes Orange getaucht.

Wenn Sie den Sonnenaufgang fotografieren möchten, ist es ratsam bereits am Vorabend anzureisen. So müssen Sie nicht schon um Mitternacht aufstehen, um rechtzeitig an den gewünschten Ort zu gelangen. Am Vorabend können Sie zudem vom Sonnenuntergang Bilder schießen und danach auf dem Gipfel übernachten. Hierfür gibt es urige Berghütten, oder man übernachtet im Zelt oder sogar unter freiem Himmel, wenn man es abenteuerlich will.
So ergibt sich die Möglichkeit, faszinierende Fotos zu machen und zudem etwas sehr Spezielles zu erleben, das einem noch lange in Erinnerung bleibt. Falls Sie wild campieren wollen, sollten Sie allerding im Voraus die rechtliche Lage des jeweiligen Gebietes abklären, denn es ist nicht überall erlaubt in freier Natur zu zelten.
 

Sonnenaufgang / Sonnenuntergang fotografieren

Fotografieren Sie sowohl mit der Sonne im Rücken (die Berge vor Ihnen werden bestrahlt) als auch gegen die Sonne. Das Letztere ist etwas schwieriger umzusetzen, da die Sonne extrem hell ist und der Rest des Bildes somit dazu neigt, stark unterbelichtet zu werden.

Tipp: Schließen Sie die Blende (hohe Blendenzahl z.B. f.22) um aus der Sonne einen “Stern” zu kreieren, bei dem die einzelnen Strahlen zu sehen sind.

 

Goldene und blaue Stunde nutzen

Während der Goldenen Stunde oder der Blauen Stunde erhalten die Landschaften einen vollständig neuen Charakter. Die Kontraste, die Farben und die Atmosphäre verändern sich stark, so dass Sie wahrhaft atemberaubende Bilder fotografieren.

Goldene Stunde: Die Goldene Stunde ist die Zeitspanne direkt nach Sonnenaufgang sowie direkt vor Sonnenuntergang. Die Sonne steht dabei sehr tief. Dadurch entstehen lange Schatten, die den Landschaften eine spannende Tiefenwirkung verleihen. Das Licht ist weich und orangefarben bis golden.

Blaue Stunde: Die Blaue Stunde ist die Zeitspanne direkt vor Sonnenaufgang und direkt nach Sonnenuntergang. Es ist nur noch ein Restlicht vorhanden, bevor es zum Ende der blauen Stunde vollständig dunkel wird. Die Landschaften werden in intensive Blautöne getaucht und wirken dadurch sehr mystisch. Details zur Blauen Stunde finden Sie im gleichnamigen Magazin-Artikel.
 

Die Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs definiert, wie groß der Bildausschnitt ist. Bei einem weitwinkligen Objektiv (z.B. 18 mm) ist der abgebildete Ausschnitt groß, während bei einem Teleobjektiv (z.B. 200 mm) der Bildausschnitt klein ist.

Bei einem Weitwinkelobjektiv wird der Vordergrund größer dargestellt, und der Hintergrund wirkt dagegen verschwindend klein. Ein Weitwinkelobjektiv lässt den “Raum” größer erscheinen. Ein Teleobjektiv dagegen “staucht” das Bild zusammen. Es bildet nur wenig ab, dies jedoch umso größer.

Ein Fotograf muss sich immer mit der Frage auseinandersetzen, was er abbildet und was nicht. Es geht darum, bewusst den Bildausschnitt zu gestalten und somit die passende Brennweite zu wählen.

Spielen Sie mit der Brennweite: Machen Sie von einem Standpunkt aus mehrere Fotos mit verschiedenen Brennweiten. Dadurch kann sich ein Bild, trotz gleichem Aufnahmepunkt, sehr stark verändern.


 

Die Aufnahmehöhe

Kommen Sie aus der normalen Aufnahmehöhe (Kopfhöhe) heraus. Gehen Sie in die Knie und fotografieren Sie von dort aus. Oder machen Sie das Gegenteil: Steigen sie auf eine Anhöhe oder verwenden sie eine Drohne. Der gleiche Standort kann durch verschiedene Aufnahmehöhen und Brennweiten ganz anders aussehen. Probieren Sie es aus! Dank der digitalen Fotografie haben Sie alle Möglichkeiten, denn im schlimmsten Fall löschen sie am Abend ein Bild mehr von der Festplatte.


 

Vordergrund wählen

Gestalten Sie Ihr Bild bewusst. Suchen Sie sich einen spannenden Vordergrund. Bergblumen eignen sich hierfür bestens, denn sie bringen das gewisse Etwas ins Bild. Wenn Sie die Blende dabei öffnen, sprich eine tiefe Blendenzahl (z.B. f.1.8) verwenden, wird der Vordergrund unscharf abgebildet. Machen Sie das Gegenteil, eine geschlossene Blende (z.B. f.22), ist eine durchgehende Schärfe vorhanden. Natürlich können Sie auch den Vordergrund scharf abbilden, während Sie den Hintergrund, in diesem Fall wahrscheinlich ein Berg, absichtlich unscharf lassen.

Unscharfer Vordergrund dank geöffneter Blende

 

Menschen oder von Menschen erschaffene Dinge abbilden

Das Integrieren von Menschen, Häusern, Wegen oder ähnlichem macht ein Bild spannender. Es zeigt die Größe und Mächtigkeit der Berge. Mit dieser Vergleichsgröße lässt sich das Ausmaß der Berglandschaft viel besser einschätzen.

Die Größe des Berges wird erst durch das kleine Boot im See deutlich

Tipp: Platzieren Sie die Person nicht mittig im Bild, sondern im sogenannten Golden Schnitt.
Der goldene Schnitt wird auch die «Drittel-Regel» genannt. Dabei teilt man das Bild imaginär in 9 gleichgroße Rechtecke ein und platziert das Motiv in einem der vier Schnittpunkte der Linien.


 

Bergseen aufsuchen

Ein Bergsee hat etwas Wunderbares. Das Wasser ist glasklar und eiskalt. Er ist ruhig und das Bergpanorama spiegelt sich in dessen Oberfläche. Suchen Sie diese Idyllen auf und halten Sie die wunderschöne Spiegelung auf Ihren Bildern fest.

Tipp: Nicht nur in Bergseen spiegeln sich die Berge. Die Sonnenbrille Ihres Wanderbegleiters eignet sich ebenfalls bestens für eine Spiegelung.

Besuchen Sie am besten mehrmals den gleichen Ort, denn Sie werden ihn jedes Mal neu antreffen. Die Stimmungen in den alpinen Welten werden jedes Mal anders sein. Nicht nur Jahreszeiten, sondern auch Tageszeiten und das Wetter allgemein beeinflussen das Erscheinungsbild eines Ortes.

Gehen Sie raus, nehmen Sie die wunderschöne Berglandschaft wahr und halten Sie die Faszination der Berge mit Ihren neu erworbenen Fotografie Tipps auf Ihren Ausflugs- oder Urlaubsbildern fest. Viel Spass dabei!
 

Tipps für die Präsentation Ihrer Landschaftsfotos

Was machen Sie nun mit Ihren wunderschönen Aufnahmen? Gerade stimmungsvolle Fotos von Landschaften, Bergen, Sonnenauf- und Sonnenuntergang kommen als Panoramabild ganz groß raus.

Fotos in intensiven Farben und mit starken Kontrasten fangen auf Hahnemühle-Papier an zu leuchten und werden außergewöhnlich realistisch dargestellt. Sie können die frische Bergluft praktisch wieder schnuppern, wenn Sie das Bild zuhause betrachten.

Besonders tiefenscharf und intensiv erstrahlen Naturfotos auch auf Acrylglas, in jedem Format von klein bis groß. So werden Ihre Erinnerungen zum Greifen nah!

Wenn Sie Ihr Bild sehr großformatig abbilden möchten, empfehlen wir Ihnen Gallery-Bond. Bei dieser äußerst eleganten Acrylglas-Variante wird Ihr Acrylglas-Fineart rückseitig mit einer schicken und stabilen Alu-Dibond-Platte verstärkt.

Sie sammeln Ihre Urlaubs-Erinnerungen am liebsten in einem Fotobuch? Unser Tipp: Landschaftsfotos und insbesondere Panorama-Bilder lassen sich in einem Echtfotobuch mit Layflat-Bindung auch über eine Doppelseite optimal darstellen. So können Sie jederzeit durch Ihre Foto-Andenken blättern und sich gedanklich zurück beamen.

 


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