Wie Sie richtig mit der Kamera zoomen

Mit der Kamera zoomen

8 Minuten Ø Lesezeit

Zoom-Objektive machen das Fotografieren flexibel – Sie zeigen genau so viel oder so wenig vom Motiv, wie Sie auf Ihrem Foto sehen möchten. Unser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick darüber, wie Sie mit der Kamera zoomen, über Zoomobjektive, Zoomkameras, Zoomen per Handy und alle technischen Möglichkeiten.

Mit Zoom-Objektiven holen Sie Motive näher heran, so dass sie größer erscheinen. Oder Sie zeigen umgekehrt sehr viel von der Umgebung, alles wirkt dann kleiner, aber man hat mehr Übersicht.

Kamera-Zoomen_1_DSLR

Mit der Kamera zoomen: Dieses Weitwinkel-Zoomobjektiv ist an einer Spiegelreflexkamera angeschlossen.

 

Zoom-Objektive für DSLRs

Für Wechselobjektiv-Kameras, also zum Beispiel für DLSRs (Spiegelreflexkameras), gibt es unterschiedlichste Zooms (mehr über Kameratypen hier: Welcher Kameratyp ist richtig).

 


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Die bekanntesten Kamera-Zoom-Typen

  • Weitwinkelzooms haben zum Beispiel eine Brennweite von 10-20 Millimeter; sie zeigen generell sehr viel von der Umgebung und eignen sich für Landschaften oder Innenräume
  • Telezooms haben je nach Typ zum Beispiel eine Brennweite von 70-200 Millimeter (also knapp dreifach). Diese Objektive holen Ihr Motiv näher ran, sie werden für Portraits, Sport- und Tierfotografie verwendet.
  • Superzooms oder Reisezooms reichen von Weitwinkel bis Tele – Sie haben also unterschiedlichste Bildwinkel in einem einzigen Objektiv, zum Beispiel mit einem Brennweitenbereich von 28-200 Millimeter (also gut siebenfach). Das ist praktisch, wenn man zwischen Landschaftsaufnahmen und Portraits nicht laufend das Objektiv wechseln will.

Bei den meisten Zooms für Wechselobjektiv-Kameras ändern Sie die Zoomstufe (also die Brennweite) durch Ziehen oder Drehen am Objektiv. Einige wenige Objektive bieten einen sogenannten Power Zoom oder Motorzoom: Damit ändern Sie die Zoomstufe flüssig, indem Sie einen Schalter gedrückt halten; so entstehen glatte Zooms für Videoaufnahmen.

Kamera-Zoomen_2_Weitwinkelmotiv

Stark betonter Vordergrund, dahinter sehr viel Umgebung erkennbar – das ist typisch für Superweitwinkel-Objektive.

Das sind die Nachteile der Zoomobjektive

Zoomobjektive sind praktisch, sie haben aber auch ein paar Nachteile:

  • Die Bildqualität ist oft etwas schlechter als bei Festbrennweiten, also als bei Objektiven mit starrem Bildwinkel ohne Zoommöglichkeit.
  • Zoomobjektive sind oft weniger lichtstark; Sie brauchen also längere Belichungszeiten oder höhere ISO-Empfindlichkeit, und das kann die Bildqualität senken.
  • Zoomobjektive sind oft schwer und klobig, besonders die Telezooms und die Superzooms.
Kamera-Zoomen_3_Tele

Telezooms holen weit entfernte Motive nah heran und verdichten die Kulisse scheinbar.

Mit der Kompakt-Kamera zoomen

Manche Kompaktkameras haben besonders starke Zooms mit fest eingebauten Objektiven, die sich nicht austauschen lassen. In der Gruppe der Superzoom-Kompakten oder Reise-Kompakten gibt es 20fach- und sogar 60fach-Zooms, das ist ein enormer Zoombereich. So entspricht die Brennweite bei manchen Superzoom-Kompaktkameras zum Beispiel 24-1440 Millimeter: Da ist vom dramatischen Weitwinkel bis zum Supertele alles drin. Sie fotografieren weite Landschaften ebenso wie scheue Tiere auf der Safari.

Allerdings: Diese Kompaktkameras verwenden meist einen deutlich kleineren Sensor als Wechselobjektiv-Kameras; das bedeutet geringere Bildqualität, vor allem bei Tele-Aufnahmen mit wenig Licht. Die Konstruktion dieser Superzoom-Objektive erzeugt oft ebenfalls Bildfehler, zum Beispiel Verzerrungen, abgedunkelte Ränder, Farbkonturen und allgemein weniger Schärfe. Einige dieser Probleme lassen sich später am Computer ausgleichen. Manche Kameras rechnen die Aufnahmefehler sogar gleich nach dem Fotografieren selbst aus dem Bild heraus, zumindest teilweise.

Zoomen-Kamera_4a_Vergleich-1

Hier sehen Sie von links nach rechts die Weitwinkel-Brennweiten 18 Millimeter, 24 Millimeter und 28 Millimeter im Vergleich. Der Bildwinkel wird jeweils kleiner.

 

 


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Zoomen-Kamera_4b_Vergleich-2

Links erscheint die Normalbrennweite 50 Millimeter, rechts die Tele-Brennweiten 85 und 200 Millimeter.

 

Was hat es mit der Brennweite auf sich?

Wenn Sie mit der Kamera zoomen, ändern Sie den Bildwinkel: Weitwinkel-Einstellungen haben einen großen Bildwinkel, Tele-Einstellungen einen kleinen Bildwinkel. In der Regel reden Fotografen aber nicht über den Bildwinkel, sondern über die sogenannte Brennweite. Diese optische Größe beim Objektiv entscheidet über den Bildwinkel und damit über Weitwinkel- oder Telewirkung eines Objektivs (s.a. Tabelle unten).

Ein Beispiel: Sie haben ein Zoomobjektiv mit dem Brennweitenbereich 28 – 85 Millimeter. Damit decken Sie stufenlos drei Brennweitenklassen ab: Weitwinkel, Normalbrennweite und leichtes Tele, nämlich die Bildwinkel von 75 bis 28 Grad.

 

Kamera-Zoom Kompaktkamera

Diese Superzoom-Kompaktkamera hat einen sehr großen Zoombereich. Weil der Sensor jedoch viel kleiner ist als bei DSLRs, fällt das Objektiv dennoch nicht so groß aus wie bei vergleichbaren Bildwinkeln an Wechselobjektiv-Kameras.

Die Sensorgröße spielt auch eine Rolle

Doch Vorsicht: Der Bildwinkel hängt nicht nur von der Brennweite ab, sondern auch von der Sensorgröße in der Kamera. Unser Beispiel oben gilt für Kleinbild- oder Vollformat-Sensoren und für übliche Kleinbild-Filme mit einer lichtempfindlichen Fläche von rund 36×24 Millimeter; man redet auch von 35-Millimeter-Sensoren.

Doch viele Kameras haben kleinere Sensoren. Weit verbreitet sind zum Beispiel die Sensoren der APS-C-Klasse – je nach Hersteller 1,5- oder 1,6mal kleiner als die Kleinbild- oder Vollformatsensoren; die Sensoren in Micro Four Thirds-Kameras sind sogar zweimal kleiner.

Eine bestimmte Brennweite wirkt je nach Sensorgröße unterschiedlich. Ein paar Beispiele:
  • Ein 28-Millimeter-Objektiv an einer Vollformat-Kamera wirkt wie ein Weitwinkel mit 75 Grad Bildwinkel. An einer Kamera mit APS-C-Sensor hat das Objektiv jedoch nur einen Bildwinkel von rund 53 Grad, also eher Normalobjektiv als Weitwinkel.
  • Ein Standardzoom für Vollformat-Kameras hat zum Beispiel die Brennweiten 28-85 Millimeter, mit Bildwinkeln von 75 bis 28 Grad. Um vergleichbare Bildwinkel mit einer APS-C-Kamera zu erhalten, brauchen Sie den Brennweitenbereich 15-55 Millimeter.
  • Ganz allgemein: Starke Teleobjektive für Vollformat-Kameras brauchen längere Brennweiten als Teleobjektive für Kameras mit kleineren Sensoren – darum sind Teleobjektive und Telezooms für Vollformatkameras besonders schwer und klobig.

Neben Vollformat, APS-C und Micro Four Thirds gibt es noch viele weitere Sensorgrößen etwa bei Kompaktkameras. Je kleiner der Sensor, desto weniger Brennweite brauchen Sie für einen bestimmten Bildwinkel, desto kleiner fallen die Objektive aus.

Kamera-zoomen_6_Grafik_VARIANTE-gross

Die Grafik zeigt unterschiedliche Bildwinkel vom 15-Millimeter-Superweitwinkel bis zur 200-Millimeter-Telebrennweite.

Unterschiedliche Bildwinkel je nach Brennweite

Meist wird die Brennweite sogar doppelt angegeben: Einmal der tatsächliche physikalische Wert und einmal der Wert übertragen aufs Kleinbild- oder Vollformat – denn das ist besonders etabliert. Ein Beispiel: Eine Kompaktkamera hat ein starkes Zoomobjektiv, das von Weitwinkel bis Tele reicht, nämlich von Bildwinkel 75 bis 12 Grad; bei Vollformatkameras entspricht das den Brennweiten 28-200 Millimeter. Doch die Kompaktkamera hat nur einen kleinen 1/1,7-Zoll-Sensor, und darum braucht sie tatsächlich nur die Brennweiten 6-42,8 Millimeter. Weil sich unter Brennweiten für kleinere Sensoren kaum jemand etwas vorstellen kann, wird meist die vergleichbare Brennweite nach Kleinbild-Maßstab mit angegeben, hier also 28-200 Millimeter als sogenanntes Kleinbild-Äquivalent.

 

Brennweite-Zoom-Tabelle

Die folgende Tabelle nennt die wichtigsten Brennweiten. Sie erfahren, welche Brennweite für Weitwinkel- oder Teleaufnahmen sorgt – und zwar bei unterschiedlichen Sensorgrößen:

BrennweitenklasseBrennweite Kleinbild (KB, Vollformat)Bildwinkel in GradBrennweite APS-C ca. (Faktor 1,6 oder 1,5)Brennweite (Micro) Four Thirds (Faktor 2)
Super-Weitwinkel15110107,5
Weitwinkel248415
Weitwinkel28751814
Normalbrennweite50473225
Portrait-Tele oder leichtes Tele85285542,5
Tele20012130100
Super-Tele3008200150

Brennweiten im Internet simulieren

Auf kostenlosen Internetseiten können Sie Brennweiten simulieren: Sie „zoomen“ per Schieberegler in ein Foto, und die Internetseite nennt zum sichtbaren Bildausschnitt die Brennweite und manchmal auch den Bildwinkel. Aufschlussreich ist zum Beispiel die Brennweitensimulation beim Kamerahersteller Nikon. Hier ändern Sie die Brennweite per Schieberegler, alternativ probieren Sie Kameras und Objektive nach Wahl aus – und sofort signalisiert das Beispielfoto den entstehenden Bildausschnitt, Sie lesen Brennweite und Bildwinkel.

Zoomen-Kamera_7_Zoomeffekt

Ändern Sie die Brennweite während der Aufnahme, entstehen Effekte wie bei diesem Foto.

 

Kann man mit dem Handy zoomen?

Aktuelle Handys besitzen keine Zoom-Objektive, mit denen Sie stufenlos verschiedene Bildwinkel einstellen können. Neue Top-Handys haben jedoch auf der Rückseite gleich mehrere eingebaute Kameras – getrennt für Tele, Weitwinkel und Superweitwinkel. In der Kamera-App schalten Sie leicht zwischen diesen Objektiven um. Ein weiteres Objektiv sitzt auf der Bildschirmseite des Handys, es zeichnet Selfies und Videotelefonate auf.

Wenn Sie am Handy die beste Bildqualität brauchen, nehmen Sie die sogenannte „Hauptkamera“, die meist einen mittleren Weitwinkel-Ausschnitt zeigt. Das Objektiv und der dahinter sitzende Sensor sind hier besser als die separat eingebauten Kameras für Tele und Superweitwinkel. Auch die Selfie-Kamera auf der Handy-Vorderseite hat nicht allerbeste Qualität.

Handy-Objektive

Dieses Handy hat gleich mehrere eingebaute Kameras, für Tele, Weitwinkel und Superweitwinkel

Vorsicht beim Digitalzoom

Natürlich kann man bei Handys auch zoomen: einfach zwei Finger auf dem Bildschirm auseinander bewegen, schon erscheint das Bildmotiv näher. Dabei geht jedoch die Bildqualität den Bach runter – Sie zoomen ja nicht optisch, sondern das Handy rechnet die vorhandenen Megapixel eines kleineren Bildausschnitts einfach hoch auf die normale Bildbreite. Genauso gut könnte man mehr Wasser in die Suppe oder in den Wein schütten – man hat mehr Flüssigkeit, aber nicht in der ursprünglichen Qualität. Darum sollten Sie bei jeder einzelnen Handykamera maximal bis Zoomstufe 1,5 oder 2 gehen, sonst wirkt das Ergebnis zu verschwommen oder pixelig.

Etwas Ähnliches gibt es auch bei Kompaktkameras, dort heißt das Verfahren meist „Digitalzoom“, EZ Zoom oder digitaler Telekonverter. Auch hier wird nur der innere Bildausschnitt auf die Gesamtbildfläche hochgerechnet, die Gesamtqualität leidet.

Mit dem Handy zoomen

Durch eine einfache Wischbewegung zoomen Sie mit der Handykamera – hier wird die Vergrößerung auf dem Monitor gemeldet.

 

Was tun, wenn die Tele-Brennweite nicht ausreicht?

Ihr Tele-Zoom ist nicht stark genug für Tier- oder Sportfotos? Das ist nicht so schlimm: Schneiden Sie am Computer einfach etwas Bildrand weg. Schon haben Sie scheinbar mit einem stärkeren Telezoom fotografiert, denn der mittlere Bildinhalt erscheint größer. Ja, es stimmt, Sie haben nun nicht mehr so viel Megapixel wie vorher – aber meist reichen die Megapixel nach dem Zuschneiden immer noch für große Posterdrucke. Sie sehen also, man muss nicht unbedingt ein starkes Telezoom haben.

Für dramatische Weitwinkel-Perspektiven gibt es dagegen keine Tricks: Wollen Sie besonders viel Umgebung in einem Bild zeigen, also einen besonders weiten Bildwinkel, dann müssen Sie auch in ein starkes Weitwinkelobjektiv investieren. Das ist nicht immer billig, aber Sie erhalten starke Perspektiven. Alternative: Die Superweitwinkel-Funktion an einem teuren Tophandy – die Bildqualität bleibt aber deutlich hinter den Ergebnissen einer Wechselobjektiv-Kamera zurück.

 

Mit welcher Brennweite habe ich das fotografiert?

Sie möchten genau wissen, mit welcher Brennweite, also mit welcher Zoomstufe, Sie ein bestimmtes Bild aufgenommen haben? Das lässt sich meist am Computer herausfinden, denn Digitalkameras speichern die verwendete Brennweite innerhalb des Fotos (in den sogenannten Exif-Informationen oder Metadaten). Die Objektivwerte können Sie mit den meisten Bildprogrammen anzeigen.

Kamera zoomen - Anzeige im Windows Explorer

So geht´s mit Kaufprogrammen

  • Photoshop, Bridge aus dem Photoshop-Paket sowie Photoshop Elements Editor: Datei, Informationen, Bereich Kameradaten
  • Photoshop Elements Organizer: Informationen-Bedienfeld (evtl. rechts unten auf Tags/Info klicken)
  • Lightroom: Bibliothek-Modul, Metadaten-Bedienfeld

 

Einige Gratisprogramme bieten ähnliche Möglichkeiten, wenn auch nicht immer mit allen Angaben:

  • Windows 10 Fotos: In Einzelbilddarstellung auf Menüpunkte rechts oben klicken, dann auf Dateiinfo
  • Windows 10 Datei-Explorer: Rechtsklick auf Bilddatei, dann auf Eigenschaften, Details, Wert Brennweite
  • XnView MP: Info-Bedienfeld mit Register Exif (falls erforderlich, Ansicht, Infobereich, Anzeigen wählen)

Damit wissen Sie alles über Zoomkameras, und wie Sie mit der Kamera zoomen. Vom Zoomen redet man aber auch in der Bildbearbeitung – wenn Sie also ein Foto am Computer oder auf dem Handy größer oder kleiner darstellen. Auch dieses Thema ist wichtig. Darum liefern wir einen eigenen Beitrag zum Thema Zoomen mit Bildprogramm.

 

Und es hat Zoom gemacht!

Wenn Sie Motive mit der Kamera zoomen, können wirklich fantastische Aufnahmen entstehen. So rücken oftmals Elemente in den Fokus, die vielleicht bei einem perspektivisch aufgenommen Foto gar nicht aufgefallen wären. Machen Sie daher was ganz Besonderes aus Ihren Detail-Aufnahmen, wie beispielsweise ein einzigartiges Wandbild!

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Besonders realistisch wirkt Ihre Zoom-Aufnahme als Druck auf Hahnemühle Künstlerpapier. So erscheint Ihr Motiv zum Greifen nah.

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Kamera zoomen: Foto auf Leinwand

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