Endlich Sommer – So fotografieren Sie Sonnenuntergänge

10 Minuten Ø Lesezeit

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Sonnenuntergänge richtig fotografieren

Für die meisten Urlauber gibt es vor allem ein Ziel: Ab in den Süden, irgendwo ans Meer und die Sonne genießen. Blauer Himmel, blaues Meer, weite Strände und ein endloser Horizont. Zweimal am Tag ereignet sich jenes atemberaubende Naturschauspiel, das wirklich jeden zum Fotografieren animiert: Der Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die gewaltigen Farben lassen unsere Herzen höher schlagen. Mit einem Sonnenuntergangsposter an der Wand klingt die Urlaubsstimmung zuhause noch lange nach. Hier einige Praxistipps, damit Ihre Fotos richtig gut werden und sich auch in großen Formaten sehen lassen können.

Mit allen Sinnen fotografieren

Ein farbenprächtiger Himmel ist immer ein Grund, das Handy oder die Kamera zu zücken und ein Erinnerungsfoto zu schießen. Vielleicht haben Sie dabei schon die Erfahrung gemacht, dass die Bilder doch nicht so atemberaubend aussahen wie das Original. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Ein wichtiger Aspekt, der gerne übersehen wird, ist unsere Wahrnehmung. Wenn Sie einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang erleben, sind stets alle ihre Sinne beteiligt. Natürlich ist das visuelle Erlebnis sehr stark und scheint alles zu überdecken, aber Sie spüren auch die Wärme, vielleicht auch eine sanfte Brise auf der Haut. Sie hören Klänge: das Rauschen der Meeresbrandung und wahrscheinlich riechen oder schmecken Sie die salzige Luft. Ihre Kamera kann nur aufzeichnen, was Sie sehen, darum fehlt bei jedem Foto ein Teil Ihrer Gesamtwahrnehmung. Je intensiver die Eindrücke sind, desto mehr scheint dem Foto zu fehlen. Trotzdem ist ein gutes Foto stets in der Lage, eine Menge dieser wahrgenommenen Erlebnisse ins Gedächtnis zurückzurufen.

Dazu sollten Sie nicht nur die Sonne und den Himmel im Blick behalten, sondern auch die Umgebung. Welche interessanten Elemente könnten Sie in Ihr Motiv einbauen – welche sollten Sie weglassen? So schön ein Sonnenuntergang – oder ein Sonnenaufgang – auch ist: Beschränkt man sich auf Himmel und Sonne wird das Foto schnell langweilig. Ein Stück vom Strand, eine Sandburg oder ein Liegestuhl bieten sich als Blickfang genauso an, wie die häufig abgelichtete Gruppe von Palmen.


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Wenn es von all dem nichts gibt, ist das nur ein Grund mehr sich zu überlegen, wie man den Sonnenuntergang als ganz persönliche Erinnerung in Szene setzen kann. So ein Foto haben dann nur Sie und gerade das macht den Unterschied zu all den anderen – oft austauschbaren – Fotomotiven.

Weinglas im Sonnenuntergang

Werden Sie kreativ und inszenieren Sie den Sonnenuntergang. Dafür reicht oft schon ein Detail oder ein mitgebrachtes Requisit.

Hier wurde auf das Weinglas scharfgestellt und mit offener Blende fotografiert. Die selektive Schärfe macht das Motiv im Vordergrund zum Hingucker. Strand und Sonnenuntergang werden diffus unscharf, aber die Stimmung bleibt erhalten. Gestalten Sie Ihr Bild nach der Drittelregel und spielen Sie mit den Größenverhältnissen – das Glas könnte auch etwas kleiner sein, aber nicht zu klein. Wenn Sie den Strand schärfer haben wollen, müssen Sie die Blende weiter schließen.

Die richtige Auflösung

Ein fantastischer Sonnenuntergang wirkt auch im Kleinformat auf einem Monitor, aber als großes Poster an der Wand verwandelt es den ganzen Raum, es schafft eine angenehme, erholsame Atmosphäre. Ob Poster oder Doppelseite in einem Fotobuch: Sie brauchen eine möglichst hohe Auflösung.
Wenn Sie Ihre Kamera nicht ohnehin auf 10 Megapixel oder mehr eingestellt haben, sollten Sie bei besonderen Motiven daran denken, die Bildqualität zu erhöhen. Löschen Sie misslungene Aufnahmen, dann bleibt auch genug Platz auf der Speicherkarte für neue Motive.
Wie Sie später noch feststellen werden ist das Rohdatenformat (RAW) für Sonnenuntergangsbilder am besten, denn es bietet Ihnen die Möglichkeit, die Farben nachträglich anzupassen und genau den Farbton zu treffen, den Sie vor Ort wahrgenommen haben. Wenn Sie sich mit Bildbearbeitung nicht beschäftigen wollen, gibt es andere Möglichkeiten.

Die Farben im Bild beeinflussen

Sonnenaufgänge werden nicht so häufig fotografiert wie Sonnenuntergänge. Das liegt vermutlich daran, dass die meisten Leute lieber ausschlafen als frühmorgens zum Fotografieren loszuziehen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund: Morgens ist die Luft weniger verschmutzt als abends. Es fliegen weniger kleine Partikel herum, an denen das Licht gebrochen wird, darum kommt die Farbintensität des Sonnenaufgangs nur selten an das abendliche Spektakel heran. Für beide Situationen gilt: Um satte Farben zu bekommen, müssen Sie die Kamera entsprechend einstellen.

Moderne Kameras liefern schon im Automatikmodus ziemlich gute und farbprächtige Sonnenuntergangsbilder, Sie müssen kaum etwas korrigieren. Wenn Ihnen die Farben nicht gefallen, finden Sie in den Motivprogrammen (SCN, BestShot) spezielle Aufnahmemodi für Sonnenuntergänge. Die Kamera ändert den Farbton des Bildes und produziert meist nur JPG-Dateien. Je nach Kamera können Sie verschiedene Optionen wählen und entscheiden, ob das Foto einen wärmeren oder kühleren Farbton bekommen soll. Mit solchen Einstellungen weicht das Bild oft deutlich von der Realität ab, darum sind RAW-Fotografen im Vorteil. Über den Regler Farbtemperatur im RAW-Konverter oder in Lightroom können Sie die Farbnote nachträglich sehr genau einstellen.

Wem das zu viel Aufwand ist, der kann beim Fotografieren den Weißabgleich (WB) anders einstellen. Das funktioniert auch bei JPG-Bildern, allerdings nicht im Vollautomatikmodus. Wechseln Sie ggf. in den Modus P. Bereits der Wechsel von Sonne zu Schatten oder Bewölkt führt zu völlig anderen Farben. Für ein Feintuning können Sie auch die Option K (Kelvin) wählen und die Farbtemperatur noch genauer steuern. Wenn Sie diesen Weg wählen, denken Sie daran, dass Sie die Kamera danach wieder auf den automatischen Weißabgleich (AWB) zurückstellen müssen, sonst bekommen alle nachfolgenden Bilder einen Farbstich!

Weißabgleich Bild

Weißabgleich: Die Farbstimmung ändert sich, wenn Sie vom Automatischen Weißabgleich (AWB) zu Bewölkt, Schattig oder K wechseln.

Experten werden jetzt vielleicht an den „Manuellen Weißabgleich“ denken. Den sollten Sie bei Sonnenuntergangsfotos nicht benutzen oder nur, wenn Sie sich damit gut auskennen. Im Normalfall benutzt man diese Einstellung, um unerwünschte Farbstiche auszukorrigieren und ein farblich neutrales Bild zu erhalten – genau das Gegenteil von dem, was ein Sonnenuntergang ist. Im Morgen- oder Abendlicht will man genau diese warme Farbstimmung einfangen. Wenn Sie also manuell korrigieren, dann so, dass die Farben der Stimmung entsprechen.

Richtig belichten

Ihre Kamera erkennt im Automatikmodus sofort, dass Sie ein ganz typisches Motiv fotografieren wollen. Darauf ist sie vorbereitet und wird Ihnen ein farbintensives Foto liefern, auf dem die Sonne korrekt belichtet und der Rest des Bildes womöglich eher dunkel ist. Rein technisch gesehen entsteht eine kleine Unterbelichtung, wenn Sie Ihre Kamera gegen den hellen Himmel richten. Diese Unterbelichtung fällt umso stärker aus, wenn der Sonnenball Teil Ihres Motivs ist. Auf diese Weise bekommen Sie selbst ohne größere Korrekturen schöne dunkle Silhouetten im Gegenlicht. Solche Bildelemente machen Ihre Fotos zu etwas Besonderem.

Je höher die Sonne am Himmel steht, desto eher entstehen Überbelichtungen, die schwer zu bewältigen sind. Die beste Zeit für Sonnenuntergangsfotos ist kurz, es sind die zehn Minuten, in denen der Sonnenball knapp über dem Horizont schwebt.
Wenn Ihre Bilder zu hell sind, benutzen Sie die Belichtungskorrektur (manchmal auch „Belichtungsausgleich“) nach Minus. Silhouetten werden dann nahezu schwarz, die Farben im Bild wirken intensiver. Doch Vorsicht: übertreiben Sie es nicht. Am wichtigsten ist es, dass der Sonnenball nicht überstrahlt, er sollte eine deutliche Kontur aufweisen. Wenn Sie mit offener Blende (kleine Blendenzahl) fotografieren, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Sonne nur als diffuser Lichtkreis abgebildet wird. Nutzen Sie den Modus Av/A (Blendenvorwahl/Zeitautomatik), um diesen unerwünschten Effekt zu vermeiden. Über die Blende steuern Sie auch die Schärfentiefe, was vor allem bei Motiven mit Blickfang im Vordergrund sehr wichtig ist. Je weiter Sie die Blende schließen, desto weiter erstreckt sich die Schärfe nach hinten.

Belichtungskorrektur BildZeit-Blende-Iso
Belichtungskorrektur:Drehen Sie den Regler nach links (Minus) für dunklere oder nach rechts (Plus) für hellere Bilder. Denken Sie daran, den Regler wieder in die Nullposition zu bringen, denn die Kamera merkt sich diese Einstellungen. Bei vielen Kameras müssen Sie den Automatikmodus verlassen, um eine solche Korrektur vornehmen zu können. Unerfahrene Fotografen wählen hier am besten den Modus P.Belichtungsinformationen:Behalten Sie die Anzeige im Blick. Beim Antippen des Auslösers sehen Sie, mit welcher Blende (1), Belichtungszeit (2) und mit welchem ISO-Wert (3) die Kamera die Aufnahme machen wird.
Frischen Sie Ihr Grundwissen über diese Zusammenhänge auf!

Obwohl die Sonne sehr hell ist, kann starkes Abblenden schon dazu führen, dass sich die Belichtungszeit deutlich verlängert. Hier entsteht Verwacklungsgefahr! Falls Sie ein Stativ dabei haben: gut, aber Sie wollen ja den Sonnenuntergang genießen. Vielleicht können Sie die Kamera auflegen – oder Sie erhöhen den ISO-Wert, damit es mit einer Aufnahme aus der Hand noch klappt. Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, wird es kritisch. Die Lichtintensität nimmt jetzt deutlich ab und Sie müssen genau auf die Belichtungszeit achten. Jetzt sollten Sie nicht mehr so stark abblenden. Mit offener Blende lässt sich Himmel noch eine Zeitlang verwacklungsfrei fotografieren.

Im Sucher oder am Monitor Ihrer Kamera können Sie sehen, mit welcher Belichtungszeit die Aufnahme gemacht wird. Sollte diese Zeit länger sein als 1/60 s, besteht bei normalen Brennweiten Verwacklungsgefahr – Ihr Foto wird unscharf. Das sollte nicht passieren, wenn Sie ein Poster machen wollen.
Je länger die Brennweite, desto kürzer muss die Belichtungszeit bei einer Freihandaufnahme sein.
Wenn Sie zur Blendenautomatik (Tv/S) wechseln, können Sie die Belichtungszeit wählen, z.B. 1/125 s, um Verwacklungen vorzubeugen. Geben Sie dabei der Kamera über die ISO-Automatik die Möglichkeit, den ISO-Wert zu erhöhen.

Sonnenuntergang über BäumenPaar im Sonnentergang
Palmen oder Baumsilhouetten, Menschen am Strand oder Felsen im Vordergrund eignen sich hervorragend als Blickfang oder als Umrahmung. Suchen Sie einen guten Aufnahmestandort und ein attraktives Drumherum für Ihren Sonnenuntergang. Hier sind die dunklen Bereiche schon recht mächtig – ein einzelner Baum oder eine Person am Strand wirkt noch stärker.Silhouetten: Stellen Sie auf Ihren Blickfang scharf und platzieren Sie die Elemente im Bild so, dass der Betrachter mit dem Auge von der Silhouette zur Sonne wandern möchte. Spiegelungen im Vordergrund sind ein weiteres attraktives Gestaltungselement. Damit die Sonne im Hintergrund nicht unscharf wird, müssen Sie die Blende möglichst weit schließen.

Kontraste bewältigen

Die Belichtungsmessung beim Sonnenuntergang ist oft eine Gratwanderung. Eine Spotmessung auf den Sonnenball führt zu einer korrekten Belichtung der Sonne – dem hellsten Teil des Bildes. Dadurch wird der Rest des Fotos extrem dunkel. Die Mehrfeldmessung in Kombination mit einer Belichtungskorrektur liefert meist gute Ergebnisse, wenn die Sonne tief steht. Bei solch kontrastreichen Motiven können Sie an der Kamera eine Belichtungsreihe einstellen und mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Helligkeit in Serie fotografieren. Benutzen Sie dabei eher den Modus Av/A, also die Blendenvorwahl, dann variiert die Kamera die Belichtungszeiten. Auch hier kann es zu Verwacklungen kommen, die Sie mit einem Stativ natürlich vermeiden. Mehr dazu im Abschnitt Naturfotografie für Experten.

Der Kontrastumfang zwischen der hellen Sonne und dem Vordergrund kann so stark sein, dass die HDR-Funktion – oder ein späteres HDR am Computer – eine sinnvolle Alternative ist. Sie sorgt dafür, dass die Lichter abgedunkelt und die dunklen Bereiche des Motivs aufgehellt werden. Im Ergebnis sind solche Fotos insgesamt heller, oft auch bunter und wirken manchmal unnatürlich.

Wellen im SonnenuntergangSteg im Sonnenuntergang
Nutzen Sie die HDR-Funktion an der Kamera für ausgewogenere und hellere Bilder. Die Farben werden dabei manchmal unnatürlich bunt.

Normalerweise entsteht bei so einem Motiv eine Silhouettenwirkung. Wenn Sie die Brücke im Gegenlicht korrekt belichten wollen, müssen Sie die HDR-Funktion benutzen oder eine Belichtungsreihe fotografieren. Auf Anhieb und ohne größeren Nachbearbeitungsaufwand klappen solche Aufnahmen selten.

Gegen das Licht

Wenn Sie einen Sonnenuntergang fotografieren, richten Sie Ihre Kamera in die Sonne – Sie arbeiten mit Gegenlicht. Die damit einhergehende Silhouettenwirkung ist nicht immer erwünscht, z.B. bei Porträts oder wenn Sie spielende Kinder am Strand fotografieren. Der helle Sand, die Wasseroberfläche und der helle Himmel signalisieren der Kamera, dass es extrem hell ist. In der Folge werden Ihre Fotos fast immer unterbelichtet sein. Das Motivprogramm „Strand“ gleicht diesen Effekt aus, aber mit individuell angepassten Einstellungen haben Sie mehr Möglichkeiten. Benutzen Sie den Aufhellblitz für Porträts oder für Motive im Vordergrund. Auch eine Belichtungskorrektur nach Plus ist möglich – kombinieren Sie beides für Motive mit einer sehr hellen, diffusen Atmosphäre im High-Key-Stil. Dazu müssen Sie den Automatikmodus verlassen. Experimentieren Sie mit manuellen Einstellungen im Modus M.

Junge im SandSonnenuntergang am Strand
Gegenlicht: Mit der Belichtungskorrektur nach Plus oder mit dem Aufhellblitz können Sie Unterbelichtungen vermeiden. Motive im Gegenlicht fangen dabei an, diffuser zu werden und lösen sich manchmal teilweise auf. Ein technischer Fehler, den Sie aber auch bewusst kreativ einsetzen können.Eine tiefe Aufnahmeperspektive ist für den Betrachter interessant und bringt auch die Strukturen im Vordergrund zur Geltung. Die Lichtspiegelung im Hintergrund ist schwierig für die Kamera: Benutzen Sie in solchen Situationen die Minuskorrektur, um partielle Überbelichtungen zu minimieren oder benutzen Sie den Modus M.

Naturfotografie für Experten

Besonders intensiv sind Aufnahmen der Sonne, wenn sie wie ein riesengroßer Ball knapp über dem Horizont schwebt. Damit dieser helle Kreis im Foto so groß erscheint, brauchen Sie ein langes Teleobjektiv – 200 mm sind nur ein Anfang. Je länger die Brennweite, desto größer die Sonne. Mit dem Weitwinkel ist sie oft nur ein kleiner heller Fleck in weiter Ferne. Zoomen Sie!
Sicher habe Sie schon Motive gesehen, bei denen ein großes Motiv im Vordergrund mit einem großen Sonnenball im Hintergrund kombiniert wird. So etwas funktioniert nur, wenn Sie einen großen Abstand zum Motiv haben und die Sonne dahinter untergeht – oder wenn Sie zwei Aufnahmen per Bildbearbeitung miteinander kombinieren.

Auch bei der großen Sonnenscheibe gilt: Sie darf im Bild nicht zu hell werden. Verwenden Sie im Modus P, Av/A oder Tv/S die Belichtungskorrektur oder wechseln Sie in den Modus M, um die Helligkeit zu steuern. Wenn die Luft sehr klar ist, sind solche Aufnahmen schwieriger: Die HDR-Funktion kann auch hier sinnvoll sein. Bei etwas trüberem Himmel ist die Sonne blutrot, dann müssen Sie weniger eingreifen aber stärker auf die Belichtungszeit achten. Der Sonnenball bewegt sich relativ schnell Richtung Horizont. Bei Langzeitaufnahmen sieht man diese Bewegung bereits im Bild: die Sonne ist nicht mehr kreisrund sondern länglich gedehnt und erscheint oft in einem leicht diffusen Lichtkreis.

Sonnenuntergang über dem MeerBucht im Sonnenuntergang
Feuerball: Fotos wie dieses können Sie nur aufnehmen, wenn Sie ein starkes Teleobjektiv verwenden.Langzeitbelichtung: Um die Bewegungen des Wassers weich verwischen zu lassen, müssen Sie ein Stativ verwenden und mehrere Sekunden lang belichten. Zusätzlich benötigen Sie ein Graufilter für die Naturfotografie

Die Zeit des Sonnenuntergangs ist auch optimal für starke Landschaftsfotografien. Dafür benötigen Sie die richtige Ausrüstung: Ein Stativ ist unerlässlich, wenn Sie beispielsweise Langzeitbelichtungen anfertigen wollen. Die Wellen des Meeres werden bei mehreren Sekunden Belichtungszeit zu einem weichen, diffusen Schleier, der sich um eine felsige Uferlandschaft legt. Solche Aufnahmen gelingen am besten, wenn es nicht zu hell ist, also kurz vor Sonnenuntergang. Trotzdem werden Sie wahrscheinlich auch ein Graufilter (ND-Filter) vors Objektiv schrauben müssen, um die sehr langen Belichtungszeiten einstellen zu können. Da Sie die Blende ohnehin weit schließen (große Blendenzahl wählen) müssen, erstreckt sich die Schärfentiefe weit über das Motiv.

Belichtungsreihe Bild

Belichtungsreihen: Je nach Kameratyp können Sie unterschiedlich viele Einzelfotos automatisch aufnehmen lassen.

Oft werden solche Aufnahmen mit der klassischen HDR-Technik erstellt, d.h. man verrechnet mehrere unterschiedlich helle Einzelfotos in einem Spezialprogramm wie Photomatix oder montiert sie manuell in Photoshop per Ebenentechnik.
Im einfachsten Fall wird eine Aufnahme so belichtet, dass die Landschaft und das Wasser korrekt abgebildet sind, eine zweite Aufnahme mit kürzerer Belichtungszeit sorgt für die perfekte Wiedergabe des Himmels und der Sonne. Die korrekte Belichtung für die unterschiedlich hellen Bereiche des Motivs müssen Sie zuvor mit der Spotmessung ermitteln und notieren, oder Sie verwenden die bereits erwähnte Funktion Belichtungsreihe. Für gute HDR-Aufnahmen brauchen Sie mindestens drei, am besten noch mehr Einzelaufnahmen mit starken Helligkeitsunterschieden, also auch extrem unter- und überbelichtete Versionen.

Damit Sie mehrere Motive kombinieren können, dürfen sich der Bildausschnitt und der Fokuspunkt nicht ändern. Deaktivieren Sie den Autofokus und nehmen Sie alle Bilder mit derselben Blendenstufe auf, sonst würde man im fertigen Foto Unterschiede in der Bildschärfe sehen.
Wer gewohnt ist, mit dem Stativ zu arbeiten weiß, dass man an der Spiegelreflexkamera die Spiegelvorauslösung aktivieren und den Selbstauslöser oder einen Fernauslöser verwendet. Damit kann man beim Auslösen mögliche Vibrationen minimieren und für maximale Schärfe sorgen.
Es versteht sich von selbst, dass Sie rechtzeitig an Ihrer Location sein und alles vorbereiten müssen, damit Sie in der kurzen Zeit alles in den Kasten bekommen. Diese Vorgehensweise ist also etwas für „Profis“ und richtet sich nicht an diejenigen, die einfach im Vorbeigehen ein paar schöne Bilder mitnehmen wollen.

Genießen und fotografieren

Viele Hobbyfotografen wollen keinen so extremen Aufwand treiben. Wer mit dem Stativ loszieht und die ganze Zeit mit den Kameraeinstellungen beschäftigt ist, kann den Sonnenuntergang eigentlich erst genießen, wenn er als fertiges Bild am Computer sichtbar wird. Das ist schade und es führt auch dazu, dass Fotografen kein besonders gutes Image haben. Das Erleben eines fantastischen Naturschauspiels mag für Fotobegeisterte auch darin bestehen, dass sie Fotos mit nach Hause bringen, auf die sie stolz sein können. Doch die Menschen in Ihrem Umfeld, die eigentlich nur am Strand sitzen und in die Sonne schauen wollen, werden nur bedingt Verständnis haben. Manche reagieren vielleicht sogar ärgerlich. Es wird zu viel fotografiert, heißt es immer häufiger.
„Richtig fotografieren“ bedeutet zwangsläufig, dass Sie einen Teil Ihrer Aufmerksamkeit vom eigentlichen Ereignis abziehen. Je erfahrener Sie sind, desto leichter und schneller können Sie fotografieren und Ihre Kamera intuitiv einstellen. Sie produzieren weniger Ausschuss und wissen nach einigen wenigen Aufnahmen, dass das Motiv im Kasten ist. Üben Sie schon zuhause, am besten ganz allein, auch wenn die Motive dort vielleicht nicht so spektakulär sind wie am Traumstrand. Dann können Sie beim Anblick der sinkenden Sonne entspannt lächeln, drei Bilder machen und den Rest mit allen Sinnen genießen.


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