6 Tipps für gelungene Portrait-Fotos

3 Minuten Ø Lesezeit


Unter einem Portrait versteht man nicht nur die Aufnahme des Kopfes, sondern generell Bilder von Menschen. Ein Portraitfoto soll das abgelichtete Modell dem Bildbetrachter näherbringen und etwas über einen Charakter aussagen, oder mit Hilfe des Modells Gegenstände wie Hüte oder Bekleidung vorstellen und ein bestimmtes Image ausstrahlen.

Damit Ihre Portraitaufnahmen gelingen, hilft es, sich vorab ein paar Gedanken über die folgenden Punkte zu machen:

1. Die Wahl des Aufnahmeortes

Um Portraitfotos in Innenräumen aufzunehmen, muss die Beleuchtung stimmen. Optimal beleuchtet wird das Gesicht durch diverse Hilfsmittel wie eine Hauptlichtquelle, Aufhellblitz und einen Schirmreflektor. Portraits können aber durchaus auch vor einem Fenster aufgenommen werden, wodurch interessante Spielereien mit Licht und Schatten entstehen.

In Außenbereichen sollten Portraits nicht unbedingt zur Mittagszeit geknipst werden. Durch den hohen Stand der Sonne ist der Lichteinfall nicht optimal und das Licht ist oftmals sehr grell. Wählen Sie für Außenaufnahmen lieber die Morgen-, Nachmittags- oder Abendstunden, wenn die Lichtverhältnisse noch gut sind. Die untergehende Sonne beispielsweise zaubert warme Töne auf das Gesicht des Modells.

 

Portrait-junge-Frau-Brille-shutterstock_118972231_kl

 

 

2. Angenehme & lockere Atmosphäre

Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Fotomodell und schaffen Sie eine angenehme und lockere Atmosphäre. Bauen Sie möglichst schon vor den Aufnahmen Ihre Utensilien auf. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Modell und lassen Sie Musik laufen, die auch Ihrem Modell gefällt. So können Sie Ihrem Modell die Scheu vor der Kamera nehmen und schaffen dadurch die Grundlage für möglichst natürliche Gesichtsausdrücke. Es muss nicht immer eine steife Pose sein – lebendige Portraits entstehen auch oftmals aus der Bewegung heraus. Bei Aufnahmen von Kindern empfiehlt es sich, Ihnen etwas zur Beschäftigung in die Hand zu geben, damit sie ein wenig abgelenkt sind.

 

Portrait-Maedchen-shutterstock_426998215_kl

 

3. Der Blickwinkel

Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Blickwinkeln. Ihr Modell muss nicht immer nur frontal aufgenommen werden. Testen Sie aus, wie die Bilder wirken, wenn Sie das Modell von unten, von oben, auch einmal schräg oder seitlich im Profil fotografieren. Je nach Ausrichtung der Kamera zum Modell werden bestimmte Regionen des Gesichts, wie die Stirn und die Wangenknochen oder das Kinn und der Unterkiefer betont. Mit den verschiedenen Aufnahmewinkeln erzielen Sie zudem unterschiedliche Effekte. So wirkt ein Modell von unten aufgenommen eher überlegen und selbstbewusst. Von oben fotografiert wirkt es hingegen eher verletzlich und schüchtern.

 

Portrait-Frau-lachend-shutterstock_381113020_kl

 

4. Bildaufteilung

Achten Sie auf den Bildausschnitt. Lassen Sie nicht zu viel und nicht zu wenig Platz über den Köpfen. Wenn viel Hintergrund gezeigt oder etwas Spannung und Auflockerung in die Aufnahme eingebaut werden soll, rücken Sie Ihr Modell auf eine Seite des Bildes. Der Hintergrund sollte zur gewünschten Aussage des Bildes passen und den Charakter der abgebildeten Person unterstreichen. Unruhige Hintergründe und störende Gegenstände können bei Bedarf durch den richtigen Einsatz der Fokussierung in Unschärfe verschwimmen oder auch später durch entsprechende Bildbearbeitung unscharf gemacht werden.

 

Portrait-Businessman-shutterstock_151912058_kl

 

Besonders interessant wirkt auch die Wahl eines bestimmten Bildausschnitts. Gerade bei Nahaufnahmen erzeugen Ausschnitte tolle Effekte, wenn man beispielsweise nicht den vollständigen Kopf zeigt, sondern diesen etwa im oberen Teil beschneidet oder nur die Augen zeigt. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm kann man Bildausschnitte auch im Nachhinein auswählen und gezielt in das Portrait hineinzoomen.

 

Teil-Portrait-junge-Frau-shutterstock_262542380_kl

 

5. Nahportraits

Bei Nahportraits oder Brustbildern empfiehlt es sich, die Augen in den Fokus zu rücken und für eine korrekte Ausleuchtung zu sorgen. Das Licht sollte im Normalfall weich sein, wie von einem Fenster oder durch ein Blitzgerät mit Streuschirm. Sie können den Blitz auch an die Decke richten, damit das Blitzlicht nicht direkt das Modell trifft, sondern von der Decke aus auf das Modell reflektiert wird. Hartes Licht bringt jede Unregelmäßigkeit oder jedes Fältchen zum Vorschein.

 

Portrait-junger-Mann-frontal-shutterstock_62464225_kl

 

6. Lichtverhältnisse / Beleuchtung

Je nach der gewünschten Bildaussage sollte auch die Beleuchtung gewählt werden. Für Portrait-Aufnahmen im Außenbereich eignen sich besonders die Lichtverhältnisse am Morgen oder am späten Nachmittag, denn dann ist das Licht nicht zu hart. Sollen allerdings die Falten eines älteren Menschen betont werden und damit seine Lebenserfahrung, so empfiehlt sich die Verwendung von hartem und kräftigem Licht, um das Gesicht entsprechend auszuleuchten und die Schatten mehr hervorzuheben. Dies entsteht durch punktförmige Lichtquellen wie beispielsweise die Sonne, Scheinwerfer oder ein Fotoblitz. Schmeichelhafter hingegen wirkt indirektes, weiches Licht., das von professionellen Fotografen mit so genannten Softboxen geschaffen wird. In der Natur finden Sie ähnliche Lichtverhältnisse an bewölkten Tagen oder in den Morgen- bzw. Abendstunden.

 

Portrait-aeltere-Frau-shutterstock_132753365_kl

 

Tipp: Bitte denken Sie daran, Fotos von Menschen nicht ohne deren Zustimmung zu veröffentlichen oder anderen zur Verfügung zu stellen!

Viel Spaß beim Experimentieren!