Sportfotografie: Closeup

Sportfotografie running closeup

7 Minuten Ø Lesezeit

Beim Sport geht es um das richtige Equipment, Entschlossenheit und den Fokus auf sein Ziel – das gilt nicht nur für den Athleten, sondern auch für den Fotografen. Eine gute Vorbereitung ist dabei alles. Aus diesem Grund beginnt mein Artikel auch weit bevor ich das erste Mal auf den Auslöser drücke – nämlich zu Hause. Vor dem Kleiderschrank.

 

Location-Check

Der erste Faktor, der meine Planung beeinflusst, ist die Foto-Location. Fotografiere ich mehr oder weniger stationär in einem abgesteckten Raum, wie zum Beispiel einer Halle oder einem Stadion? Oder bewege ich mich im Outdoor-Bereich? Je nachdem, wo ich unterwegs bin, verändert sich auch meine Packliste – vor allem mit Blick auf die Bekleidung. Es gibt nichts Schlimmeres, als bei einem Außen-Shooting die falschen Klamotten dabei zu haben. Aus diesem Grund: immer das Wetter beobachten und für alles gewappnet sein. Vor allem, wenn es kalt oder nass werden könnte. Mein Tipp für die Hände: Fingerlinge. Sie halten warm, eine feinfühlige Bedienung der Kamera ist aber trotzdem immer noch möglich. Außerdem ist für mich das passende Schuhwerk essentiell. Ein sicherer Stand hilft, damit man sich voll auf sein Motiv konzentrieren kann. Zu empfehlen ist außerdem ein hochwertiger Gurt (sogenannter Sun-Sniper) für die Kamera und ein zweiter oder sogar dritter Akku – speziell kalte Temperaturen entleeren Akkus sehr schnell. Außerdem wird bei der Sportfotografie häufig mit dem Serienschuss-Modus gearbeitet, der viel Energie braucht.

 

Herausforderung Sport-Fotografie

Für den Fall, dass man den Sportler – das Foto-Objekt – begleitet, wird die eigene Ausstattung noch entscheidender. Schließlich muss ich auch das geeignete Equipment besitzen, um die Sportart an sich ausüben zu können.

 

Sportfotografie Closeup

 

Mehr noch: Ich muss mir im Vorfeld die Frage stellen, ob ich selbst in der Lage bin, den Anforderungen der jeweiligen Sportart gerecht zu werden. Bin ich für eine Mountainbike-Tour in den Bergen fit genug? Komme ich auf einer steilen Skitour mit dem Zusatzgewicht meiner Fotoausrüstung klar? Oder habe ich überhaupt genug Erfahrung für einen Klettersteig?

Muss man sich in dem individuellen Fall ein „Nein“ als Antwort eingestehen, sollte man sein Vorhaben noch einmal überdenken. Die Sicherheit bei der Sport- und Outdoorfotografie für einen selbst und andere steht an oberster Stelle. Ein gutes Foto wird nur gelingen, wenn Sie sich voll auf das Bild konzentrieren können. Das klappt nicht, sobald Sie angespannt sind. Man muss sich in seiner Umgebung wohl fühlen.


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Sportfotografie Closeup Mountainbike

Nah dran oder weit weg

Nachdem ich die passende Bekleidung und das nötige Sport-Equipment zusammengestellt habe, geht es im nächsten Schritt um die richtige Fotoausrüstung. Dafür muss ich mir allerdings im Klaren sein, welche Art von Foto ich schießen möchte. Man kann sich hier für ein Closeup entscheiden, bei dem der Sportler, Details aus seinem Umfeld oder das Sportgerät im Fokus stehen (Inhalt dieses Blogbeitrags).

Sportfotografie running closeup

Oder man dreht den Schwerpunkt um und wählt ein Motiv im Weitwinkel, zum Beispiel mit der Natur im Vordergrund. Der Sportler spielt in diesem Fall nur eine Nebenrolle (siehe Blogbeitrag Sportfotografie: Outdoor-Fotografie – der Sportler in seiner Umgebung)

Sportfotografie Landschaftsfotografie

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Am besten konzentrieren Sie sich gerade in der Anfangsphase auf eine Foto-Variante. So fällt es einem leichter, die Einstellungen zu verinnerlichen und Sicherheit beim Umgang mit der Kamera aufzubauen.

 

Mut zur Nah-Aufnahme

Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen eine Anleitung dafür geben, wie Sie mit möglichst einfachen Mitteln sehr ausdrucksstarke Fotos schießen können. Als erstes möchte ich Sie dazu ermutigen, nah an Ihr Motiv heranzutreten. So nah, dass der Zoom des Objektivs ausreicht, um den gewünschten Bildausschnitt an sich heranzuziehen.

Sportfotografie Closeup Fahrrad

Dabei kann man das Objektiv maximal ausfahren – weiter sollte man allerdings nicht zoomen. Sprich, den digitalen Zoom (gilt nur für Kompaktkameras) sollte man vermeiden. Der Grund: dadurch verliert das Bild an Pixel, worunter die Auflösung und damit der Detail-Reichtum leiden. Ziel ist es, formatfüllend zu fotografieren. Das Motiv sollte also den kompletten Bildausschnitt einnehmen.

Sportfotografie Closeup Rad

So werden die Dinge sichtbar, die man bei einer Detail-Aufnahme im Sport einfangen möchte: Schweißtropfen auf der Haut, die Muskelanspannung bei der Belastung, die Siegerfaust auf dem Zielstrich oder der Sportler in der Gesamtansicht – weiter entfernen wir uns bei diesem Blogbeitrag nicht.

Sportfotografie Motorrad Gelände Motorcross

 

Details neben dem Detail

Für mich ist es bei einem Sportfoto entscheidend, dass Dynamik transportiert wird. Auf einem guten Bild muss man aus meiner Sicht die Bewegung sehen, erleben können. Ein Hilfsmittel sind dabei die Elemente um den Sportler herum. Nehmen Sie die Natur in ihre Bildkomposition mit auf. Damit meine ich den Sand, den es beim Beachvolleyball aufwirbelt, fliegenden Schnee auf der Skiabfahrt oder spritzendes Wasser beim Kraulen. Wenn sich möglichst viel im Bildausschnitt bewegt, ist meistens der richtige Moment, um auf den Auslöser zu drücken.

Sportfotografie Surfen Wellenreiten

 

Technische Kamera-Einstellungen

Nachdem jetzt geklärt ist, welche Art von Sportfoto wir schießen und welches Equipment wir dafür benötigen, geht es im folgenden Abschnitt um die richtigen Kamera-Einstellungen. Grundsätzlich ist für die Sportfotografie ein gewisses Maß an Qualität bei der Fotoausrüstung nötig. Sobald Bewegung im Spiel ist, erhöhen sich die Anforderungen an Objektiv und Kamerabody. Es gibt drei Hauptkategorien an Kameras: digitale Spiegelreflexkameras, Systemkameras und Kompaktkameras. Abraten würde ich von Kompaktkameras, weil sie fest verbaute Zoomobjektive haben, die meist nicht mit genügender Brennweite ausgestattet sind. Außerdem sind in der Regel ihr Autofokus und ihre Serienschuss-Geschwindigkeit zu langsam.

Um das bestmögliche Resultat zu erreichen, ist ein Teleobjektiv notwendig. Man kann gut mit einer Brennweite ab 70 Millimetern auskommen. Optimaler Weise hat man aber zirka 120 bis 300 Millimeter zur Verfügung. Diese Angaben beziehen sich auf eine Kamera mit 35 Millimeter Kleinbildformat, was in der digitalen Fotografie einer Vollformat-Kamera (professionellen Kamera) entspricht. Da in den meisten Fällen mit einem klassischen APS-C Format (beziehungsweise einem DX-Format bei Nikon) fotografiert wird, müssen bei den oben genannten Brennweiten der Crop-Faktor (1,6) berücksichtigt werden. In diesem Fall sind Brennweiten von 50 bis 250 Millimetern meistens völlig ausreichend.

Sportfotografie Skifahren

Mein Tipp: Grundsätzlich sind Objektive mit Festbrennweite (nicht zoomfähig) von deutlich besserer Objektivgüte, was zu schärferen und detailreicheren Bildern führt. Ihr Nachteil: der höhere Preis. Egal für welche Kamera man sich entscheidet, wichtig ist ein Objektiv mit schnellem Autofokus. Hierauf sollte man beim Kauf gezielt achten.

 

Raus aus dem Automatik-Modus

Manchmal erfordert es am Anfang etwas Mut, wenn man das Rädchen der Kamera das erste Mal in den manuellen Modus dreht. Die gute Nachricht: Es lassen sich oft schon sehr gute Ergebnisse im Halbautomatik-Modus realisieren. Dabei gibt es meistens zwei Optionen: die Blendenautomatik (S, beziehungsweise Tv bei Canon) und die Zeitautomatik (A, beziehungsweise „Av“ bei Canon). Ich empfehle, „S/Tv“ zu wählen. Hier haben Sie die Möglichkeit, den Zeitparameter (Belichtungszeit) manuell einzustellen. Die Blendeneinstellung übernimmt die Kamera automatisch. Sofern auch die Iso-Automatik aktiviert ist, gilt für sie das Gleiche. Noch einfacher ist es, wenn Ihre Kamera einen vorinstallierten „Sport-Modus“ hat. Er wählt die passenden Grundeinstellungen von allein aus. In der Anfangsphase kann das eine nützliche Hilfe sein.

Sportfotografie Snowboard Winter

Da man im Sport mit sehr schnellen Bewegungen rechnen muss, sind kurze bis sehr kurze Belichtungszeiten essentiell. In der Regel kommt man mit Werten von zirka einer 1/500 Sekunde bis 1/1000 Sekunde zu ansprechenden, sprich scharfen Ergebnissen. Lediglich bei ganz schnellen Bewegungsabläufen (zum Beispiel einer Pirouette im Eiskunstlauf) sind noch kürzere Belichtungszeiten von Nöten. Diese Einstellungen sollte man wählen, wenn man die Szene komplett „einfrieren“ möchte (Randnotiz: die kürzeste Belichtungszeit der meisten Kameramodelle liegt bei einer 1/4000 Sekunde). Falls man eine gewisse Bewegungsunschärfe erzielen möchte, sollte man eher zu einer etwas längeren Belichtungszeit tendieren.

 

Der Mitzieher-Effekt

Ziel des so genannten Mitziehers ist es, den Sportler scharf zu stellen und einen bewegungs-unscharfen Hintergrund zu zeichnen. Schöne Effekte kann man hier im Motor-, Rad- oder Skisport erzielen – also immer dort, wo es um höhere Geschwindigkeiten geht. Hierfür benötigt man wieder die Blendenautomatik „S/Tv“, aber dieses Mal eine sehr lange Belichtungszeit – von einer 1/60 Sekunde bis zu einer 1/200 Sekunde.

Sportfotografie Mitzieher radsport

Die Schwierigkeit ist dabei, dass man diese Einstellungen ohne Stativ, also freihand immer noch kontrollieren kann. Deshalb ist hier ein eingeschalteter Bildstabilisator sehr nützlich, sofern die Kamera und das Objektiv diese Funktion besitzen. Er garantiert noch mehr Schärfe auf dem Sportler. Ein Serienschuss ist unabdingbar, um den perfekten Moment einzufangen. Den Serienschuss-Modus findet man auf dem Modi-Rad meist unter C oder CL/CH (Chain Low/High), beziehungsweise im Menü unter der Rubrik „Serienbild“.

 

Im Verfolgungsmodus

Bei der Sportfotografie geht es um Bewegung – aus diesem Grund ist die Qualität des Autofokus’ wichtiger als bei einem Stilleben. Hochwertige Kameras schaffen es, ein scharfes Bild einzufangen, wenn Sportler und Kamera in Bewegung sind. Der Grund: Sie haben nicht nur einen Autofokus, sondern zusätzlich auch einen Verfolgungsmodus (Hinweis: Beim Verfolgungsmodus muss das Motiv stets im ausgewählten Fokusbereich sein). Dieser misst permanent den Abstand zum Motiv und hält es zu jeder Auslösezeit perfekt im Fokus. Profikameras können sogar zwischen den Bildern im Serienschuss-Modus nachfokussieren.

Sportfotografie Mountainbike Closup

 

Sportfotografie ist Sport

Sport zu fotografieren bedeutet auch, dass der Fotograf selbst immer in Bewegung sein muss. Nur wenn man sein Motiv immer verfolgt, stets nah dran ist, fängt man die besten Momente ein. Wechseln Sie mehrfach Ihren Standort und damit Ihre Perspektive und halten Sie dabei die Sonne im Auge. Mit dem Licht und gegen das Licht: beides kann interessant wirken und Stimmung erzeugen.

Sportfotografie Radsport Rennsport

Hilfreich kann es auch sein, in einen tiefen Stand zu gehen. Die Perspektive von leicht unten lässt den Sportler größer und vor allem präsenter wirken. Einen spannenden Effekt kann auch eine extrem tiefe Stellung erzeugen. Nimmt man den Boden vor dem Motiv unscharf mit in sein Bild auf, erzeugt das beim Betrachter das Gefühl „dabei“ zu sein.

Grundsätzlich sollten Sie immer etwas breitbeinig und damit ruhig stehen. Die linke Hand hält das Teleobjektiv (gilt für Bodys für Rechtshänder), um eine gute Stabilität zu gewährleisten. Achtung: die Hand darf dabei nicht auf den Fokusring kommen. Bei großen Teleobjektiven kann auch der Stativsockel zum Greifen genutzt werden.

 

 

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