Polarlicht fotografieren

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Für viele Landschafts-Fotografen ist das Polarlicht eines der Traum-Motive schlechthin. In diesem Artikel erhalten Sie ein paar Tipps und Tricks, wie Sie Polarlichter am besten fotografieren können.
 
Polarlicht fotografieren

 

Polarlicht in Deutschland fotografieren

Polarlichter lassen sich auch in Deutschland fotografieren und beobachten, während seltener, besonders starker geomagnetischer Stürme. An den Küsten ist dies allerdings eher der Fall als im Süden der Republik. Das Polarlicht an der Nordhalbkugel der Erde wird auch Nordlicht oder Aurora Borealis genannt. Die Wahrscheinlichkeit, die faszinierenden Nordlichter mit der Kamera einzufangen, ist zudem in den Monaten September bis März am größten.
 
Pola
 
Die Vorhersage und das Aufspüren von Wolkenlücken ist komplex. Fotografen in Deutschland empfehle ich, sich die Website polarlicht-vorhersage.de anzusehen. Auf dieser Website finden Sie allerhand Tools zur Vorhersage des Polarlichts sowie aktuelle Messwerte.
 
Für den Anfang genügt es vollkommen, sich im dortigen E-Mail Verteiler anzumelden. Sie erhalten dann eine Mail, sobald Polarlicht in Deutschland zu erwarten ist oder bereits beobachtet wurde. Wenn Sie ein wenig Zeit aufbringen, können Sie sich auch die Funktion der einzelnen Tools verständlich machen. In meinem Buch „Fotografieren mit Wind und Wetter“ finden Sie ein ganzes Kapitel zur Polarlicht-Vorhersage, sofern Sie sich intensiver damit befassen möchten.
 
Im oberen Bereich der Website erfahren Sie die aktuelle Wahrscheinlichkeit für Polarlicht in Deutschland. Erst wenn dort „hoch“ oder „sehr hoch“ zu lesen ist, brauchen Sie sich Gedanken über das Fotografieren der Nordlichter zu machen. In diesem Fall gilt, dass die Küsten in Deutschland der „place to be“ sind, da man hier einen freien Blick nach Norden hat. Wer sowieso in Nord-Deutschland wohnt, kann ggf. noch ein bis nach Dänemark hinauffahren, um noch nördlicher zu stehen. Je weiter nördlich, desto besser.
 
Bei hoher Polarlicht-Wahrscheinlichkeit in Deutschland sollten Sie sich an einem Ort mit wenig Licht-Verschmutzung und einem freien Blick auf die Horizont-Linie positionieren. Denn: Das Polarlicht wird nur am Horizont des Nordhimmels zu sehen sein. Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie nicht auf eine Großstadt hinabschauen, wenn Sie sich zum Beispiel auf einem Berg befinden.
 
Nun muss noch das Wetter mitspielen, da es wichtig ist, dass der Horizont in Richtung Norden wolkenfrei ist. Denn auch sehr weit entfernte Wolken stehen einige Kilometer hoch am Himmel und verdecken den Blick auf den Horizont. Als Faustformel gelten etwa 200 km Abstand zu den nächsten Wolken nach Norden. Verwenden Sie am besten ein Satellitenbild, um zu schauen, ob von Ihrem Standort aus der Himmel gen Norden frei ist.
 
Das Satelliten-Bild können Sie vereinfacht interpretieren. Orientieren Sie sich zunächst, wo sich der Ort befindet, von dem aus Sie fotografieren möchten. Deutschland ist von seiner nördlichsten Landesgrenze bis zu seiner südlichsten etwa 1.000 km lang. 1/5 der Strecke entspricht somit 200 km. In der Regel sind Wolken auf dem Satellitenbild gut zu erkennen. Gute Voraussetzungen für Ihre Fotos haben Sie demnach, wenn 200 km nach Norden keine Wolken auf dem Bild zu sehen sind.
 
Nordlichter fotografieren
 

Kameraeinstellungen für Polarlicht-Fotos in Deutschland

Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, Ihre Fotos im Norden Deutschlands zu machen, können Sie trotzdem im restlichen Teil des Landes Ihr Glück versuchen. Man kann Nordlichter nicht unbedingt mit bloßen Augen sehen. Es besteht aber die Möglichkeit, dass Ihre Kamera sie erkennen kann.
 
Da das Polarlicht weit weg ist, ist es auch entsprechend lichtschwach. Sie müssen Ihre Kamera deshalb besonders lichtempfindlich einstellen. Eine weitere Problematik ist, dass das Polarlicht sich schnell bewegt. Daher sollte eine nicht zu lange Belichtungszeit gewählt werden, da sonst aus den schönen, klaren „Beams“ (die klaren, kantigen Lichtsäulen) schnell ein farbiger Klecks wird. Sie sehen, dies ist zu Ungunsten der hohen Licht-Empfindlichkeit unserer Kamera, denn die Belichtungszeit fängt ja das Licht ein.
 
Voraussetzung ist nun, dass Ihre Kamera auch bei ISO-Werten >2000 wenig Bildrauschen erzeugt und noch eine passable Bildqualität liefert. Als Nächstes benötigen Sie ein Objektiv mit einer hohen Lichtstärke. Ich verwende zum Beispiel die Festbrennweiten von Tamron. 35mm, 45mm und 85mm f/1.8, da diese auch bei einer Offenblende eine sehr gute Bildqualität liefern.
 
Sie stellen Ihre Kamera nun auf eine hohe ISO-Stufe sowie auf die kleinste Blendenzahl, um das Maximum an Licht-Empfindlichkeit zu erreichen. Mit der Belichtungszeit experimentieren Sie nun während Sie das Polarlicht beobachten. Manchmal steht es lange an einer Stelle, dann wieder bewegt es sich schnell. Bleibt es auf Ihren Fotos an einer Stelle, so können Sie eine lange Belichtungszeit von gar 30“ einstellen und dafür die ISO senken. Sie erhalten eine höhere Bildqualität. Bewegt es sich schnell, müssen Sie eine niedrigere Bildqualität in Kauf nehmen.
 
Nordlichter fotografieren
 
Verwenden Sie am besten den manuellen Modus Ihrer Kamera sowie auch den manuellen Fokus. Vergessen Sie auch nicht den Bildstabilisator auszuschalten. Ich habe diesen immer aus und mache ihn nur an, wenn ich Ihn brauche. Nun müssen Sie bei Nacht manuell fokussieren. Wie man dies machen kann, erklären wir Ihnen in einem weiteren Artikel zum Thema Nachthimmel fotografieren.
 
Die Brennweite sollte auch hoch sein, denn Sie müssen wirklich den Horizont fotografieren. Mit einem lichtstarken Weitwinkel kommen Sie nicht weit. Stellen Sie die Kamera in einer angekündigten Polarlicht-Nacht auf das Stativ und fotografieren Sie mit genannten Einstellungen den Horizont des Nordhimmels. Hierzu können Sie sich zum Beispiel eine Kompass-App installieren. Das Polarlicht hat meist nur kurze Momente, in denen es besonders stark ist. Haben Sie also Geduld, und fotografieren Sie konsequent den Horizont. Und: Ersatz-Akkus nicht vergessen!
 
Das Polarlicht wird mit den Augen in Deutschland am Horizont kaum zu sehen sein. Vor allem nicht in Farbe, da Sie bei Nacht und schwachem Licht nur noch in schwarz-weiß sehen können. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig Ihre Fotografien und schauen, ob Sie Polarlichter auf diesen erkennen können. Stellen Sie dazu Ihren Bildstil (Canon) oder Bildoptimierungs-Konfiguration (Nikon) besonders kontrastreich und mit hoher Sättigung ein. Vergessen Sie nicht in RAW zu fotografieren.
 

Polarlicht fotografieren im hohen Norden (Island, Norwegen, Kanada…)

Im hohen Norden ist es um ein Vielfaches leichter Polarlichter zu fotografieren. Selbst wenn der geomagnetische Sturm schwach ausfällt, kann man das Polarlicht so gut wie jede Nacht fotografieren, sofern Wolkenlücken vorhanden sind. Da in Island, Grönland, Norwegen usw. das Polarlicht hoch oben am Himmel steht, muss die Wolkenlücke entsprechend genau über Ihrem Kopf sein.
 
Nordlichter fotografieren
 
Auch für die genannten Regionen finden Sie Satelliten-Bilder online. Hier können Sie wieder für Ihren Standort schauen, ob sich Wolkenlücken auf Sie zu bewegen. Für die Vorhersage des Polarlichts selbst empfehle ich für den Laien die „Aurora App“ oder eine ähnliche Software zu verwenden. Sie zeigt in einfacher Darstellung, ob Sie gute Chancen auf Aurora Borealis haben.
 
Das Fotografieren von Polarlicht im hohen Norden ist vor allem mit der Jagd nach Wolkenlücken verbunden. Manchmal muss man nur den Fjord wechseln, um den Wolken zu entkommen, die am Berg hängen; in anderen Fällen auch mal 2 Stunden fahren. Aus diesem Grund arbeite ich immer mit dem Satellitenbild und schaue, wo sich Wolkenlücken befinden und wie sich diese verlagern.
 

Kameraeinstellungen für Polarlicht-Fotos im hohen Norden

Auch bei starken Polarlichtern sind lichtstarke Objektive ein Muss! Denn diese bewegen sich besonders rasch über den Himmel, weshalb Sie kurze Belichtungszeiten benötigen. Ich verwende das Tamron 15-30mm f/2.8, da es eine hohe Lichtstärke hat und zudem eine flexible Brennweite im Ultraweitwinkel-Bereich. Für Ihre Bilder müssen Sie sowohl viel Himmel bis über Ihrem Kopf erwischen als auch manchmal etwas mehr zum Horizont zoomen.
 
Bei schwachem Polarlicht verwenden Sie erhöhte ISO-Werte, so müssen Sie zum Teil über ISO 2000 hinausgehen. Bei der Blende stellen Sie die Offenblende ein. Die Belichtungszeit ist nun wieder der Geschwindigkeit des Polarlichts anzupassen. Diese werden Sie ohne Probleme mit dem bloßen Auge sehen können. Für das Fotografieren von starken und schnellen „Beams“ benötigen Sie eine kurze Belichtungszeit von meist nur 2-3“, sonst verschmiert alles. Sehen Sie nur einzelne, grüne Bänder am Himmel, die lange ihre Position behalten, können Sie mit niedriger ISO und langer Belichtungszeit fotografieren. Diese Bänder haben in der Regel keine Struktur, die verwischen kann.
 
Profis empfehle ich mit mehreren Belichtungen zu arbeiten. Die Polarlichter sind immer heller als der Vordergrund im Bild. Auch kann man den Himmel mit dem Polarlicht in der Nachbearbeitung gut und stark entrauschen, da hier keine Konturen vorhanden sind, die verschwimmen können. Denken Sie sich deshalb einen Bildaufbau aus und behalten Sie diesen bei. Nun belichten Sie kurz mit hoher ISO für das Polarlicht am Himmel und lange mit niedriger ISO für den Vordergrund. In der Bildbearbeitung überlagern Sie später einfach beide Aufnahmen.
 
Nordlichter fotografieren
 

Wie präsentiere ich Fotos von Polarlichtern?

Polarlichter faszinieren durch ihre fantastischen Farb-Formationen. Hier ist auf jeden Fall der Druck auf Hahnemühle Künstlerpapier die richtige Wahl. Das handgeschöpfte Papier hat eine fein-raue Oberflächen-Struktur, wie wir sie von Büttenpapier kennen. Ihr Motiv wird tiefenscharf, detailgetreu und völlig spiegelfrei wiedergegeben, und das in unglaublich intensiven Farben. Dadurch entsteht ein derart foto-realistischer Effekt, dass man nahezu den Eindruck gewinnt, dass es sich um ein 3D-Bild handelt. Es empfiehlt sich, den Druck auf dem vielfach ausgezeichneten Hahnmühle Fineart-Papier gleich im passenden Rahmen zu bestellen. So ist nicht nur Ihr wertvolles Foto-Motiv geschützt; es kommt im optisch abgestimmten Rahmen auch besonders gut zur Geltung.
 
Alternativ greifen viele Fotografen auch zu Gallery Bond, das dafür bekannt ist, Bilder zum Strahlen zu bringen. Gallery-Bond ist die elegante Kombination aus stabilem Alu-Dibond, hochwertigem Druck auf Premium Fotopapier und schickem Acrylglas. Durch die typische 2-farbige Außenkante können Gallery-Bond-Bilder durchaus auch rahmenlos aufgehängt werden. Allerdings lässt sich Ihr Motiv mit dem direkt angepassten Rahmen besonders betonen. Testen Sie im myposter Rahmen-Designer ganz einfach aus, welcher Schattenfugen-Rahmen oder welche Artbox Ihr Motiv optimal ergänzt.